Berlin (dpa) - Der Präsident des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, Frank Steffel (54), spricht sich trotz der anhaltenden Coronavirus-Krise gegen Absagen von Sport-Großveranstaltungen und Geisterspiele aus.

"Den Aufruf, Vereinssitzungen nicht mehr wahrzunehmen oder pauschal Sportveranstaltungen abzusagen, finde ich falsch und unverhältnismäßig", sagte Steffel, der auch Bundestagsabgeordneter der CDU ist, der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn wir bei jedem Grippevirus zukünftig Sportveranstaltungen verbieten wollen, brauchen wir keine Sportveranstaltungen mehr durchführen."

Zudem sei das Verhalten der Sport-Fans "sehr verantwortungsvoll". "Sie haben sich nicht die Hände gegeben, sind sich nicht beim Jubeln in die Arme gefallen", sagte Steffel. "Wir reden immer vom mündigen Bürger. Dann sollten wir ihm auch die Wahl lassen, ob er zu einem Fußball- oder Handball-Profispiel geht oder eben nicht."

Steffel verwies dabei auch auf die negativen Auswirkungen für viele Clubs. "Für zahlreiche Vereine gerade außerhalb des Fußball haben Geisterspiele dramatische wirtschaftliche Konsequenzen bis hin zur Insolvenz. Wir können Spieler nicht einfach in Kurzarbeit schicken. Diese pauschalen Ansagen gefährden in vielen Regionen Leuchttürme des Sports", sagte das Mitglied im Bundestags-Sportausschuss.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Sonntag empfohlen, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern offensiver abzusagen. Dadurch wächst auch der Druck auf die großen Profiligen des Landes.

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