Berlin (dpa) - Der frühere Weltklasse-Handballer Stefan Kretzschmar hat sich angesichts des anstehenden Lockdowns differenziert zur Austragung der WM im Januar in Ägypten geäußert.

Es sei aus gesellschaftlicher Sicht sicherlich nicht die beste Situation, jetzt eine Weltmeisterschaft durchzuziehen. "Das müssen Sie vielen Leuten erklären", sagte der Sportvorstand der Füchse Berlin im "ZDF-Morgenmagazin".

Aus ökonomischer Sicht sei das Turnier aber vernünftig und unabdingbar. "Ich sage nicht, dass ich bedenkenfrei bin", räumte Kretzschmar ein. Aber in Ägypten solle zumindest eine Blase kreiert werden, in der die Spieler weniger Gefahren ausgesetzt seien als in ihrem normalen Umfeld, sagte der 47-Jährige.

Sorgen um zu große Belastungen durch den engen Terminkalender macht Kretzschmar sich nicht. "Wir sind extrem privilegiert, überhaupt spielen zu dürfen. So lange die Belastung auf mehrere Schultern verteilt wird, ist das auch möglich." Auch finanziell könne man die Situation dank der breit aufgestellten Hilfen und eines Gehaltsverzichts der Spieler zumindest für diese Saison meistern. "Wir haben die Gespräche mit der Mannschaft sehr offen geführt. Wir reden hier ja nicht über ein Hobby. Sondern es geht um Familien", sagte Kretzschmar zum Gehaltsverzicht beim Berliner Bundesligisten.

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Kretzschmar im Morgenmagazin der ZDF