Zahlen aus 2018

In der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck gab es 2018 bis jetzt insgesamt 88 Einsätze, wobei 189 Feuerwehren alarmiert wurden. Unter den Einsätzen waren allein 20 Sturmeinsätze, davon 11 am 9. August. Die Männer und Frauen rückten zu 40 Bränden aus, außerdem zu 5 Verkehrsunfällen. Auch unterstützten sie mehrmals den Rettungsdienst, etwa in Form von Tür-Notöffnungen. 10 Kameraden absolvierten den Lehrgang Truppmann I, 9 den Truppmann II, 16 den Motorkettensägenlehrgang, 40 einen Erste-Hilfe-Lehrgang. Dazu kommen 87 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene. Unter anderem weilen unter den rund 450 aktiven Kameraden 2 neue Zugführer. Es sind aktuell 8 Jugendfeuerwehren mit insgesamt 65 und 4 Kinderfeuerwehren mit 40 Mitgliedern aktiv.

Behrendorf l Wenn es nach außen immer heißt „die Feuerwehr braucht“, droht selbige angesichts eines knappen Haushalts als böser Nimmersatt wahrgenommen zu werden. Davor müsse man sich hüten, sagte am Sonnabend Stendals Stadtwehrleiter Michael Geffers als Gast während der Jahresabschluss-Dienstberatung der Feuerwehren von Arneburg-Goldbeck. „Nicht die Feuerwehr braucht das und das, sondern die Gemeinde braucht das“, äußerte er sich im Dorfgemeinschaftshaus Behrendorf. Merklich nicht darüber amüsiert, dass der Verbandsgemeinderat in seinem Haushalt 2019 wiederum keinen hauptlichen Gerätewart eingeplant hat. „Wir kommen nicht umhin, das Ehrenamt vom Hauptamt leiten zu lassen“, so Geffers. Geldknappheit? „Haben andere auch.“ Die Kommune sei in der Pflicht, ihre Bürger und ehrenamtlichen Kräfte zu schützen.

Das ist derzeit nicht überall gewährleistet. „Einige Feuerwehren sind nicht zu 100 Prozent einsatzbereit, die Tagesbereitschaft sieht nicht rosig aus“, sagte Verbandsgemeindewehrleiter Michael Nix. Die Wehr hat zu wenige Mitglieder, wobei die zu geringe Zahl an Atemschutzgeräteträgern mit die größten Sorgen bereite. 30 müssten es sein, „da kommen wir lange nicht ran“, so Nix. Arneburg-Goldbeck könne seine Aufgabe innerhalb des Fachdienstes ABC des Landkreises Stendal nicht vollumfänglich wahrnehmen. Ein Löschfahrzeug mit neun ABC-Kräften müsste die Verbandsgemeinde vorhalten können. Aber daraus werde nichts, nicht zu jeder Tageszeit. „Und das, obwohl wir mit dem Industriepark die größte Gefahrenquelle im Landkreis haben“, so Nix. Eine 2018 immerhin gebildete ABC-Gruppe fing mit viel Enthusiasmus an, verebbte aber genauso schnell wieder.

Dennoch hat sich viel bewegt im Feuerwehrjahr 2018. „Wir haben noch einen weiten Weg zu gehen, dürfen uns aber auch nicht kleiner machen als wir sind“, sagte Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau (parteilos). Vom ersten Jugendfeuerwehrtag, einem tollen Verbandsgemeindeausscheid oder in Angriff genommener Mitgliederwerbung abgesehen, konnten Dauer-Ärgernisse beseitigt werden.

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Druck rausgenommen

So wurde das Rochauer HLF baulich nach DIN verändert und endlich in Dienst gestellt. Außerdem ging das Rochauer LF nach Arneburg, wo es für den Übergang zum neuen Fahrzeug den Druck ein wenig rausnehmen soll. Darüber hinaus ist der Arneburger Rüstwagen nunmehr richtig verlastet und ausgestattet. Und: Für das im VG-Haushalt 2019 eingestellte LF10 für Werben (Gesamtkosten 375.000 Euro), liegt ein positiver Förderbescheid nun schriftlich vor. In Bezug auf das für Arneburg avisierte neue LF20 (Gesamtkosten 420.000 Euro) steht der Bescheid noch aus. Die jeweiligen Eigenmittel sollen mittels – noch nicht bewilligtem – Kredit bezahlt werden. Investiert wird nur mit Fördermitteln.

„Wir kümmern uns ja“, betonte Schernikau. Neben den gut 60.000 Euro für die Unterhaltung der Fahrzeuge flossen 2018 etwa auch 35.000 Euro in Schutzausrüstungen, 9000 Euro in Führerscheine. Außerdem führte die Verbandsgemeinde Einwohnerversammlungen durch, wo die Mitgliederzahlen am schlechtesten sind oder gar bei Null liegen. Alles vor dem Hintergrund, um die Bürger für das Problem zu sensibilisieren. Dafür, dass es auch um ihr Haus und Leben geht.

Schernikau bedankte sich für zwar „kritische, aber immer respektvolle Gespräche“ in 2018. Gastredner Denis Gruber (SPD), erster Beigeordneter des Landrates, sprach von „Geradlinigkeit und Stärke in der Diskussion“, Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich von einer „Ehrlichkeit der Atmossphäre hier in Arneburg-Goldbeck“. Dass der VG-Ausscheid 2019 mit einem Familienfest einhergehen soll, sieht er als Chance, „um Wankelmütige in die Feuerwehr zu bekommen“.

Nix stellte seitens der Verwaltung ein größer gewordenes Interesse an der Feuerwehr fest und drängte wiederum auf den Gerätewart. Geffers darauf, dass Arneburg-Goldbeck überhaupt sein Personalproblem in den Griff bekommt. „Wenn ihr nicht ausrücken könnt, müssen wir. Wir kommen aber später. Und fehlen dann bei uns.“