Magdeburg l Wer unterwegs mal muss, ist, angesichts des Mangels an öffentlichen Toiletten, auf das Wohlwollen der Gastronomen angewiesen. Es sei denn, die Gastronomie ist Teil der deutschlandweiten Kampagne „Nette Toilette“. Hier machen Gastronomen und Einzelhandelsbetriebe ihr WC für die Öffentlichkeit zugänglich und erhalten dafür von der Stadt eine „Entschädigung“ in Höhe von bis zu 100 Euro monatlich.

Mehrkosten für die Stadt

Magdeburg könnte Teil der Kampagne werden. Vorausgesetzt, die Stadt trage die Mehrkosten. Neben den einmaligen Lizenzgebühren in Höhe von 2475 Euro (brutto) und rund 3000  Euro für Printmedien, schlägt die Kampagne mit jährlich 6000 Euro (bei 5  Teilnehmern) bis 48.000  Euro (bei 40  Teilnehmern) zu Buche. Darüber informierte der zuständige Beigeordnete Holger Platz und verdeutlichte, dass die Teilnahme an dieser Kampagne sinnvoller und kostengünstiger sei, als eine eigene ins Leben zu rufen.

Er machte jedoch auch deutlich, dass sie als zusätzliches Angebot zu den öffentlichen Anlagen, die im Jahr immerhin mit 165.500 Euro zu Buche schlagen (2019), zu betrachten ist und ihre Schwächen hat. So können die Öffnungszeiten der Gastronomie nicht jene der öffentlichen WCs abdecken. „Die Beteiligung der Stadt sollte in Abhängigkeit der Öffnungszeiten, Lage und der Notwendigkeit (keine öffentliche WC-Anlage in der Nähe) erfolgen“, erklärt Platz und plädiert für eine Vereinbarung, die notfalls bei zu starker Frequentierung wieder gelöst werden kann.

Hinsichtlich einer möglichen Umsetzung strebe die Stadt zunächst eine Zusammenarbeit und Gespräche mit der IG Innenstadt und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga an.