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7. Internationaler Wettbewerb des barocken Meisters in Magdeburg / Die drei Erstplatzierten musizierten im Gesellschaftshaus Abschlusskonzert: Telemann-Preisträger aus neun Ländern

Von Renate Bojanowski 18.03.2013, 01:23

Magdeburg l Am vergangenen Sonntagvormittag ging im Magdeburger Gesellschaftshaus eine wunderbar klingende Woche zu Ende. Acht Kammermusikensembles präsentierten sich zum Preisträgerkonzert des 7. Internationalen Telemann-Wettbewerbes noch einmal dem Magdeburger Publikum. Die Ausgezeichneten kommen aus insgesamt neun Ländern.

Den zweiten Preis gewann das Ensemble "Matis" - Hyeon Ho Jeon und Hyngun Cho aus Südkorea (Blockflöte und Violoncello), Mira Gloor aus der Schweiz (Blockflöte) und Adrià Gràcia Gàlvez aus Spanien (Cembalo). Sie interpretierten die Sonata in Imitation of Birds F-Dur für zwei Blockflöten und Basso continuo von William Williams. Schöner lassen sich Vogelstimmen wohl kaum interpretieren.

Feine Kommunikation zweier Blockflöten

Diese Interpretation lebte von einer feinen differenzierten Kommunikation zweier Blockflöten und stilsicherer wie eleganter Klangsprache des basso continuo. Fein und kunstvoll nahm das Ensemble alle Verzierungen und bereitete so Hörgenuss der ganz feinen Art.

Den 3. Preis erhielt das Ensemble "Les Timbres" mit Yoko Kawakubo (Japan - Violine), Myriam Laure Anne Rignol (Frankreich-Viola da gamba) und Julien Catherine Benoît Wolfs (Belgien-Cembalo).

Diese drei Musiker fanden ihre ganz eigene Tonsprache in der Interpretation des Troisième Concert A-Dur für Violine, Viola da gamba und obligates Cembalo von Jean-Philippe Rameau. Sie nahmen das Publikum mit zauberhaftem Piano ebenso für sich ein wie mit rasant schnellen Cembalo-Läufen und federleichtem Streicherklang.

Sehr lebendig und mit voller Ausdruckskraft

Duftig weich kamen die Preisträger des Bärenreiter Urtext Preises "Les Éléments" daher. Telemanns Sonate a-Moll für Blockflöte, Violine und Basso continuo TWV 42:a4 wurde von Anne Simone Aeberhard (Schweiz - Blockflöte), Mojca Gal (Slowenien - Violine), Bruno Hurtado Gosalvez (Spanien - Viola da Gamba) und Jean-Christophe Dijoux (Frankreich - Cembalo) virtuos, sehr lebendig und mit voller Ausdruckskraft musiziert.

Für den absoluten Höhepunkt des unterhaltsamen und spannenden Vormittags sorgte das Ensemble "Camerata Bachiensis", das den ersten Preis gewann.

Roberto De Franceschi (Italien - Traversflöte/Oboe), Magdalena Elisabeth Schenk-Bader und Anne Kaun (beide Violine/Viola), Philipp Weihrauch (Violoncello) und Julia Chmielewska (Polen-Cembalo) zelebrierten im wahrsten Sinne des Wortes die hohe Kunst des Ensemble-Spiels. Jede Stimme für sich war genauso ein Genuss wie das Zusammenspiel.

Die Musik atmete, mal zart und weich; bald effektvoll virtuos. Der schöne Oboengesang betörte - die absolute Durchhörbarkeit bestach. Der Zuhörer spürte das Blindverständnis der Musiker untereinander und die authentische historische Spielkenntnis.

Das Publikum im Gesellschaftshaus spendete für den musikalischen Hochgenuss reichlich Applaus.