Villa P. zeigt Figuren aus dem Archiv der DEFA-Animationsfilmstudios Animierte Filmstars machen Station in Magdeburg
Magdeburg l Da kommen sie in ihrer Originalgestalt daher, die Akteure aus Stoff, Pappmaché, Knetmasse und sogar Porzellan. Eine ganz besondere Schau erwartet den Besucher. In der Sonderausstellung "Puppen im Film" sind Ausschnitte der Arbeit des Animationsfilmstudios der DEFA, das von 1955 bis 1990 in Dresden bestand, zu sehen, sagt Kuratorin Katrin Gellrich. Mehr als 50 Animationsfiguren stehen stellvertretend für viele andere, die in 35 Jahren in den Studios entstanden. Beeindruckend sind die gestalterischen Fertigkeiten sowie die Vielfalt der künstlerischen Handschriften, die dort im Laufe der Zeit ihre Spuren hinterließen. Rund 1500 Filme entstanden in dieser Zeit. 200 Mitarbeiter nutzten alle klassischen Techniken und lockten ins Reich der Fantasie. Die ältesten der ausgestellten Figuren sind über fünfzig Jahre alt. In den beiden Streifen "Schnaken und Schnurren - Der hohle Zahn" und "Der Wunderdoktor" kamen sie zum Einsatz.
Neben der eigentlichen Exposition wartet die Figurenspielsammlung mit einem kleinen Beiprogramm und Überraschungen auf. "Für die jüngsten Gäste haben wir ein kleines Märchenbuch zu den vorgestellten Filmen produziert, das gratis zu haben ist", zeigt sich Katrin Gellrich zufrieden. Außerdem entstand ein kleiner Kinosaal, in dem Ausschnitte aus DEFA-Trickfilmen gezeigt werden.
In einer kleinen Werkstatt besteht dreimal die Chance, selbst nachzuerleben, wie die Bilder laufen lernen. Die Ausstellung selbst hat das Deutsche Institut für Animationsfilm (DIAF) entwickelt. Nach der Schließung des DEFA-Studios für Trickfilme übernahm es den Nachlass treuhänderisch vom Bundesarchiv. Neben einem Filmstock von rund 2000 Filmkopien archiviert das DIAF zahlreiche Filmmaterialien und Dokumente, insbesondere aus Ostdeutschland.