Berliner Schaubühne wehrt sich gegen Vorwürfe
Berlin (dpa) - Die Berliner Schaubühne wehrt sich gegen Vorwürfe, ihre Anti-AfD- und Anti-Rechtspopulismus-Collage Fear rufe zu Gewalt auf.
In einigen Medien wird das Stück inzwischen in Zusammenhang gebracht mit zwei Auto-Brandanschlägen gegen die AfD-Vizevorsitzende Beatrix von Storch und Hedwig Freifrau von Beverfoerde, Organisatorin der "Demo für alle", hieß es am Montag in einer Stellungnahme. Hierzu möchten wir feststellen: Es wird im Stück an keiner Stelle zu Gewalt gegen Sachen oder Personen aufgerufen. Das Theater und Autor Falk Richter verurteilten die Anschläge, denen rechtsstaatlich nachgegangen werden müsse.
Der Zusammenhang zwischen den Straftaten und der Inszenierung werde bewusst konstruiert, um die Schaubühne als Theater und Falk Richter als Autor und Regisseur zu verleumden, teilte das Theater mit. So solle Druck gemacht werden, um das Theaterstück abzusetzen. Das Stück werde aber, wie geplant, im Januar erneut auf dem Spielplan stehen.
Seit seiner Premiere am 25. Oktober hat das satirische Stück schon für einigen Wirbel gesorgt. Am Dienstag vergangener Woche war es zu einem Eklat gekommen, nachdem der Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Christian Lüth, ohne Erlaubnis in einer Aufführung filmte und ein Schauspieler ihm mit Rausschmiss drohte. Lüth sagte danach, das Stück sei beleidigend und geschmacklos.
Die Schaubühne berichtete in ihrer Stellungnahme vom Montag auch von vielen Zuschriften, Anrufen, Graffiti vor dem Eingang sowie Morddrohungen. Die Mehrheit der Absender, die die Absetzung des Stücks fordern, sagen selbst, dass sie die Aufführung gar nicht gesehen haben.