Man kann die Leseförderung des Friedrich-Bödecker-Kreises nicht genügend würdigen. Da gehen Autoren beispielsweise in Schulen und begeistern Mädchen und Jungen fürs Lesen und Schreiben. Sie erreichen Tausende im Land mit Projekten wie dem Bücherfrühling, der Interlese, den Schulschreibern. Dass es in Sachsen-Anhalt eine Anthologie gibt mit Texten schreibender junger Menschen, ist deutschlandweit etwas Besonderes.

Jetzt aber steht der Verein in den Negativ-Schlagzeilen. Der Schaden ist bereits immens. Zudem geht ein tiefer Riss durch den Autoren-Kreis. Es gibt zwei Fronten und verbal ist manch einer nicht zimperlich. Da fragt man sich besorgt, wie es denn weitergehen soll mit der Förderung des literarischen Lebens in unserem Land. Gibt es noch Vertrauen? Und wie positioniert sich das Land als Geldgeber? Der Verein muss zur Ruhe kommen, damit die guten Bödecker-Projekte langfristig fortgeführt werden.