Theater Magdeburg Der Horrorladen öffnet
Am Sonnabend öffnet "Der kleine Horrorladen" am Theater Magdeburg. Damian Omansen ist musikalischer Leiter.
Volksstimme: Stand „Der kleine Horrorladen“ auf Ihrem Wunschzettel?
Omansen: Auf jeden Fall, die CD habe ich, seit ich zwölf bin. Seitdem wollte ich dieses Musical spielen.
Weil es tolle Musik gibt oder weil das Stück so herrlich schräg ist?
Beides, aber hauptsächlich erstmal wegen der Songs.
Wie beschreiben Sie die Musik?
Hauptsächlich ist sie Rock-Pop, verwurzelt in den 70er, 80er Jahren.
Bei „Hair“ haben Sie vieles neu arrangiert. Dieses Mal auch?
Ich nehme die Noten nicht 1:1, wie sie überall gespielt werden, sondern wir passen sie an die Inszenierung und an die Sänger an. Die Bläserstimmen zum Beispiel habe ich neu arrangiert. Ich finde, es muss sich für das heutige Publikum auch gut anhören.
Die Musik wird von einer Band gespielt, nicht von der Magdeburgischen Philharmonie?
Genau. Die Basis bilden dabei die Musiker, die schon bei „Hair“ als Gäste dabei waren. Zusätzlich konnten wir ein paar erfahrene Profis aus der Rock-Pop-Szene gewinnen.
Wie groß ist die Band?
Mit mir sieben Mann.
Sie spielen selbst mit?
Ich dirigiere vom Klavier aus und spiele an manchen Stellen Posaune. Ich habe beide Instrumente und Arrangement studiert. Jetzt selber mitspielen zu können, selber Teil der Musik zu sein, ist sehr schön und macht viel Spaß.
Sitzen Sie mit der Band im Orchestergraben oder ist sie auf der Bühne und damit Teil der Inszenierung?
Ganz klassisch spielen wir im Orchestergraben. Und ich muss zugeben, dass das starke Bühnenbild ohne Band auch besser wirkt.
Der Star des Musicals ist eine fleischfressende Pflanze. Wie wird sie aussehen?
Sie ist groß, mit viel Grünzeug und hat eine orangefarbene Blüte, die zu sprechen anfängt – unter anderem. Ich will noch nicht mehr verraten.
Sicher auch nicht den Schluss? Der ist ja im Musical anders als im bekannten Film.
Nur so viel: Wir haben das Ende, das ich besser finde. Und es gibt eine Einbettung des Stückes, die in dieser Inszenierung einzigartig ist und ihr einen zusätzlichen Schliff gibt.
"Der kleine Horrorladen" wird auf deutschen Bühnen viel gespielt. Was macht den Erfolg dieses Musicals aus?
Die Musik ist eingängig und die Story macht an sich schon Freude. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand da reingeht und nicht irgendwie seinen Spaß findet. Da ist das leicht Trashige, da ist die Musik, da sind die Charaktere, in die Regisseur Ulrich Wiggers trotz der ziemlich simplen Handlung Tiefgang bringt. Es ist nicht einfach nur ein Klischee-Musical mit großer rosa Glitzerbombe.
Was macht Musical für Sie so interessant?
Es ist das Geschichtenerzählen.Ich weiß, das klingt kitschig, aber das ist es nicht. Ähnlich wie ein Filmmusiker hat man im Musical die Möglichkeit, eine Geschichte zu unterstützen. Im Idealfall macht man so Musik, dass durch sie Emotionen getragen werden – egal ob lustig, traurig, ernst, vielleicht auch kitschig. Wenn ein Team wie hier am Theater gut miteinander arbeitet, dann kann man als musikalischer Leiter solche Emotionen verstärken. Das ist mein Ziel.
Wenn Sie dem Musical „Der kleine Horrorladen“ ein Attribut geben sollten, für welches würden Sie sich entscheiden? Vielleicht für gruselig? Oder für schräg?
Ich möchte das nicht einschränken. Es ist gruselig und es ist lustig. Es ist schön und es ist traurig. Es ist superseicht, aber gleichzeitig auch tragisch. Es hat von allem etwas.
Premiere ist am 11. November, 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen: 23. November, 2. und 20. Dezember. Die Karten kosten (außer Premiere) zwischen 12 und 31 Euro. Theaterkasse: 0391/40 49 04 90.