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Magdeburger Puppenbühne inszeniert Geschichte aus berühmtem englischen Film "Der kleine Lord" verzückt jetzt im Theater

Das Magdeburger Puppentheater bringt den Stoff eines der berühmtesten
Weihnachtsfilme auf die Theaterbühne. Der Klassiker "Der kleine Lord"
stieß auf ein begeistertes Publikum.

Von Kathrin Singer 09.12.2013, 01:21

Magdeburg l "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", "Die Weihnachtsgans Auguste" und "Der kleine Lord" haben etwas gemeinsam: Alle drei Filme gehören zur Vorweihnachtszeit wie die traditionelle Gans mit Rotkohl zum Fest. Das Magdeburger Puppentheater hat sich jetzt der zu Herzen gehenden Geschichte des kleinen Amerikaners Cedric Errol angenommen, der im fernen England zum "kleinen Lord" werden soll.

Das Publikum reagierte begeistert - nach der fünfjährigen Erfolgsserie von Charles Dickens "Scrooge" dürfte dem Puppentheater mit dem Klassiker nach Frances Hodgson Burnett nun ein weiterer Spielplangarant geglückt sein.

Das Dienstpersonal von Schloss Dorincourt beendet gerade die letzten Vorbereitungen für das bevorstehende Weihnachtsfest. Allein im Schloss schwelgen sie in Erinnerungen an die Ankunft des kleinen Cedric Errol aus Amerika.

Das Leben des Earl of Dorincourt gehörig durcheinander gewirbelt

Der hat das Leben des alten Earl of Dorincourt in kürzester Zeit gehörig durcheinandergewirbelt und den grantigen, hartherzigen Schlossherren auf wundersame Weise in den gütigen, verständnisvollen, menschenfreundlichen Großvater verwandelt, den sich der einzige Enkel und somit Alleinerbe immer gewünscht hat.

Freda Winter, Florian Kräuter und Leonhard Schubert bewahren unter der Regie von Pierre Schäfer den kindlichen Blick und zaubern mit den liebevoll gestalteten bömischen Tischmarionetten eine ins Herz gehende Geschichte, die aber durch viel Komik - auch mit Marionetten kann man Slapstickszenen spielen! - nie ins Kitschige abdriftet.

Josef Schmidt schuf Miniaturrequisiten, die an prachtvoll ausgestattete Puppenstuben und Kaufmannsläden vergangener Generationen erinnern, mit großer Liebe zum Detail bis hin zu leuchtenden Kerzen auf dem Nachttisch. Aber auch einfachste Mittel wie eine umgedrehte Bank, die plötzlich zu einem schwankenden Schiff wird, unterstützten das improvisierte Erzählen der Dienerschaft.

Die drei Puppenspieler Freda Winter und Leonhard Schubert beendeten erst kürzlich ihre Ausbildung - und lieferten eine sehr gute Arbeit ab. Sie übernehmen im fliegenden Wechsel die Puppen, lassen aber auch allein durch ihre äußerst wandelbaren Stimmen und durch Geräusche eindrucksvolle Bilder entstehen. Zum Beispiel eine ganze Dorfgemeinschaft beim Kirchgang oder das hektische Treiben am Hafen vor der Überfahrt.

Schlosshund Dougle ist ohne Zweifel der Liebling des Publikums

Peter Lutz schuf detailgetreue Puppen, bei denen er sich sehr stark an der berühmt gewordenen britischen Verfilmung von Jack Gold aus dem Jahr 1980 orientierte, bis hin zum riesigen Schlosshund Dougle, ohne Zweifel der Liebling des Premierenpublikums.

Die 18 Vorstellungen der Weihnachtsinszenierung für Zuschauer ab neun Jahren im kleinen Saal waren bereits vor der Premiere restlos ausverkauft. Jetzt aber hat das Puppentheater kurzfristig zwei zusätzliche Vorstellungen eingerichtet. Auch ohne Kinder lautet die Empfehlung: Hingehen!

Karten gibt es nur noch für zwei zusätzliche Vorstellungen am 14. und 21. Dezember, die neu ins Programm aufgenommen wurden.