Filmemacher John Kalina dokumentiert eine Auswandererfamilie aus Somalia, die sich über alle Teile der Erde verstreut hat Familie Samater in Übersee: "Ausländer oder eingebürgert?"
Berlin (dpa) l Somalia, vor etwa 20 Jahren: Die Familie Samater, allen voran die Eltern Mohamed und Fowsia, beschließt, ihrer ostafrikanischen Heimat den Rücken zu kehren. Die Samaters, muslimisch und dunkelhäutig, verstreuen sich im Laufe der Jahre in alle Winde und landen in Dänemark, England, Frankreich, den Niederlanden, Kanada und den USA. Sind sie "Ausländer oder eingebürgert?" - diese Frage stellt der kanadische Filmemacher Jon Kalina in seiner Arte-Dokumentation an diesem Dienstag um 20.15 Uhr.
Die Erfahrungen, die die Familie Samater gemacht hat, sind ganz unterschiedlich. Sie haben es zum Teil schmerzlich gespürt, wo Integration aufhört und wo die Ausgrenzung anfängt. Ihr Trost: Sie sind nicht allein auf der Welt, Millionen Immigranten sind ständig auf der Welt unterwegs, um im Ausland, vor allem in den reichen Industrieländern, ihr Glück zu versuchen - sei es aus politischen, aus wirtschaftlichen oder aus ganz persönlichen Gründen.
Die Frage, die der Filmemacher in seiner eindringlichen Dokumentation stellt, heißt: Soll man Ausländer dazu ermutigen, ihre eigene Kultur mit ins Land zu bringen und zu pflegen, wie es etwa in Kanada und den Vereinigten Staaten der Fall ist? Oder soll man Ausländer - im Gegenteil - dazu anhalten, sich so rasch wie möglich zu assimilieren und sich den Gewohnheiten der neuen Heimat anzupassen, wie es beispielsweise in Frankreich gefordert wird? Eine Patentlösung, die zu schnellem Erfolg führt, gibt es nicht, so das Fazit der Dokumentation.
Der Abend geht bei Arte mit unterschiedlichen Themen weiter: Um 21.40 Uhr folgt die französische Dokumentation "Mein Kampf - Geschichte einer Hetzschrift", die der Editionsgeschichte von Adolf Hitlers Propagandawerk nachgehen will und warum das Buch auch im Ausland in verschiedenen Sprachen mit teils hohen Auflagen erschienen ist.
Die neue Geschichte in der Reihe "Mit offenen Karten" befasst sich um 22.35 Uhr mit einer umstrittenen Straße in Jerusalem, die seit Oktober 2011 den Ost- mit dem Westteil der Stadt verbindet. Der Film "Bananas!" (22.50 Uhr) schließlich erzählt vom Kampf nicaraguanischer Plantagenarbeiter um Entschädigung vor einem US-Gericht.