In Memoriam Wolfgang Policek - Personalausstellung in der Magdeburger Galerie "Himmelreich"

Holz, Metall und Farbe verschmelzen zu einem Objekt

Von Klaus-Peter Voigt

Magdeburg l Der "Engel" beeindruckt. Seine Schlichtheit fesselt. Man möchte den Blick kaum von der dreidimensionalen Collage wenden. Holz, Metall und Farbe verschmelzen zu einem ganzheitlichen Objekt dessen Einzelteile aus der großen Kiste mit einem Sammelsurium aus scheinbar nutzlos gewordenen Materialien stammen mögen. In der Magdeburger Galerie "Himmelreich" gibt es in Memoriam bis zum 28. Oktober Einblicke in das Schaffen von Wolfgang Policek. Der Künstler verstarb 2000.

Nach elf Jahren nun eine besondere Personalausstellung. Sie öffnet den Nachlass eines Mannes, der die Kunst- und Kulturlandschaft im heutigen Sachsen-Anhalt maßgeblich mitprägte. Es sind Werke aus dem letzten Dezennium eines OEuvre, das in Ausschnitten eine Vielfalt zeigt, die Neugier weckt.

Schaffen war immer ein Stück Gemeinsamkeit

Policek stammt aus Halberstadt. Dort absolvierte er seine Ausbildung zum Dekorationsmaler, begann im Zeichenzirkel des Halberstädter Malers Julius Barheine intensiv mit der Malerei. Schließlich stand von 1957 bis 1960 ein Studium an der Fachschule für Angewandte Kunst in Magdeburg an. Sofort danach suchte Policek eine neue Herausforderung an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden in der Richtung Wandmalerei.

Mit dem Diplom in der Tasche zog der Maler und Grafiker 1965 nach Magdeburg, wo er über 30 Jahre mit seiner Frau Annedore lebte. Dann zog es die beiden zurück nach Halberstadt.

Ihr Schaffen war immer auch ein Stück Gemeinsamkeit, gerade im Bereich wandgebundene Malereien und Keramikbilder in Schulen, Krankenhäusern und Schwimmhallen. In Magdeburg entstand im Neubaugebiet Nord der Märchenbrunnen, der, vor wenigen Jahren restauriert, wieder seine ursprüngliche Ausstrahlungskraft zurückerhielt. Doch zurück ins "Himmelreich". Die Schau dort zeigt deutlich Policeks Wurzeln. Abstraktion schafft er mit klaren Linien und Formen. Die großformatigen Bilder setzen vielfach auf erdfarbene und damit sehr warme Töne, die sich wiederholen, ohne gleichförmig zu wirken. Die Aussagen sind regelrecht zum Lesen da. Wer mit Geduld und ein wenig Fantasie herangeht, erkennt den Sinn mühelos. Inmitten von Vierecken ein Pfeil, der ein "Zeichen" setzt.

Die schon erwähnten Materialreste erhalten bei Policek eine neue Funktion. Sie wirken nicht wie zusammengesucht und montiert. Da stimmen letztlich Farbtöne und Strukturen, Symbiosen entstehen, die - oft ohne Titel - einfach nur durch ihr Dasein wirken wollen, die in sich stimmig keine großen Worte brauchen. Gedanken an eine Inszenierung machen sich breit. Policek, elf Jahre nach seinem Weggang, eine Wiederentdeckung, ohne dass seine Arbeiten in dieser Zeit gerade durch den öffentlichen Raum immer gegenwärtig waren.

Öffnungszeiten Galerie "Himmelreich", Breiter Weg 213b: dienstags bis freitags 12 - 18 Uhr und sonnabends 10 - 13 Uhr