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Festakt im chinesischen Nationalmuseum zum Abschluss der teuersten deutschen Schau im Ausland Kritik von Ai Weiwei, positives Fazit der deutschen Organisatoren

26.03.2012, 03:20

Peking (dpa) l Mit deutlicher Kritik des chinesischen Künstlers Ai Weiwei ist die kontrovers diskutierte Ausstellung "Kunst der Aufklärung" in Peking zu Ende gegangen. Nach einem Jahr markierte gestern ein Festakt im chinesischen Nationalmuseum den Abschluss der zehn Millionen Euro teuren Schau. Während die deutschen Organisatoren eine "positive Bilanz" zogen, sprach Ai Weiwei in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa in Peking von einer "Verschwendung von Geld und harter Arbeit auf beiden Seiten".

Der 54-Jährige beschrieb die Präsentation der 600 Leihgaben zwar als gut und wichtig, beklagte aber, dass es in China keine Diskussion ausgelöst und wenig Zuschauer gegeben habe: "In jedem beliebigen McDonalds-Restaurant gibt es mehr Menschen als in dieser Ausstellung." Vor einem Jahr hatte die Inhaftierung des Regimekritikers den Beginn der Ausstellung überschattet und in Deutschland heftige politische Kontroversen ausgelöst.

An der Abschlussfeier nahm auch die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, teil. "Mit der Ausstellung wollten wir den Ursprung unserer europäischen Werte skizzieren und für die chinesische Zivilgesellschaft sichtbar machen", sagte Pieper. Das bisher größte deutsche Kulturprojekt in China war von der Bayerischen Staatsgemäldesammlung, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und den Staatlichen Museen Berlin organisiert worden.

Der Generaldirektor in München, Klaus Schrenk, sprach hingegen in einem dpa-Interview von einem Erfolg. Auch die Besucherzahlen seien "erstaunlich gut" gewesen. Auf Kritik, dass die Reaktionen auf die Festnahme von Ai Weiwei nicht entschieden genug gewesen war, sagte Schrenk: "Wir haben am Anfang vielleicht etwas verhalten reagiert, aber wir haben dann ja doch alle eindeutig Stellung bezogen und uns für seine Freilassung eingesetzt." Er äußerte die Hoffnung, "einen nachhaltigen Prozess angestoßen" zu haben.