Magdeburg l "Das Tischtuch ist zerschnitten", sagte gestern barsch Sabine Münz. Am anderen Tisch, aber trotzdem vis-à-vis saß Ernst-Ulrich Kreschel, zum Trost eine Bierflasche in der Hand. "Ich wollte ein gutes Programm machen, aber mit ihr geht das nicht", meint Kreschel zu ihr. Ein Disput für die anwesenden Journalisten, denen im Kabarett "Magdeburger Zwickmühle" das neue "Kugelblitze"-Programm "Kehrseiten" vorgestellt wurde.

Wenig später stehen beide auf der Kabarettbühne - als kleine Putzkolonne eines Hotels und erzählen von ihrem Job und vom Mindestlohn und dem Ärger damit.

Die Szene und das Lied "Clean Operator" in Abwandlung des 1980er-Jahre-Hits "Smooth Operator" von Sade steht stellvertretend für das Kreschel-Münz-Zweier-Programm, in dem sie alles drehen und wenden, um die Kehrseiten der Kehrseiten sichtbar zu machen, sagen sie.

Erstmals stehen die beiden Kugelblitze-Kabarettisten als Duo auf der Bühne. "Das kostet Kraft und Überwindung", sagt Kreschel. "Deshalb betäubst du dich mit Bier", kontert Münz. Beide lassen keinen Zweifel daran, dass ihre "Kehrseiten" stark menschelnd daherkommen. Musikalisch wird es auch und natürlich politisch. Sie wollen die dunkle Seite herauskehren, kündigen sie an und nennen schwarz und grau als beherrschende Modefarben in Magdeburg. Das assoziiert Trauer. "Wir werden Sachsen-Anhalt beerdigen", sagt Münz. Kreschel stimmt ihr ausnahmsweise zu.

Premiere: 7. Mai, 20 Uhr, im Kabarett Zwickmühle