Stockholm (dpa). Der diesjährige Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa hält Literatur für das Tor zu weltweiter Brüderlichkeit und die liberale Demokratie für den einzig wirksamen Schutz vor Terror. In der traditionellen Nobelvorlesung für die Schwedische Akademie kurz vor der Preisverleihung rief der 74-jährige Peruaner gesternin Stockholm zur kämpferischen Verteidigung der Demokratie gegen Fanatiker, Terroristen und Selbstmordattentäter als "Schrecken unserer Zeit" auf.

Weiter sagte er: "Die Literatur schafft eine Brüderlichkeit innerhalb der menschlichen Vielfalt und lässt Grenzen verschwinden, die Ignoranz, Ideologien, Religionen, Sprachen und Dummheit zwischen den Menschen errichten." Drei Tage vor der Entgegennahme des berühmtesten Literaturpreises der Welt schilderte Vargas Llosa im Saal des alten Stockholmer Börsenhauses seinen Werdegang von der ersten Leseerfahrung als Fünfjähriger über den Wandel vom jungen Sozialisten und Marxisten zum Liberaldemokraten bis hin zu seinem Selbstverständnis als "Weltbürger" mit zahlreichen Wohnorten auf mehreren Kontinenten.

Vargas Llosa bekommt seinen Nobelpreis am Freitag im Stockholmer Konzerthaus von Schwedens König Carl XVI. Gustaf überreicht.