Von Nada Weigelt

Berlin (dpa). Der frühere DDR-Künstler Walter Womacka ist mit 84 Jahren gestorben. Er gehörte zu den führenden Malern der DDR und war ein herausragender Vertreter des sozialistischen Realismus. Womacka starb am Sonnabend in Berlin, wie Fritz Böhme vom Vorstand des Freundeskreises gestern unter Hinweis auf Womackas Frau Hanni der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Er litt seit Jahren unter gesundheitlichen Problemen.

Zu Womackas bekanntesten Werken gehört das Ölgemälde "Am Strand". Es wurde als Kunstdruck mehr als drei Millionen Mal reproduziert und erschien als DDR-Briefmarke in einer Auflage von zwölf Millionen. Am "Haus des Lehrers" am Berliner Alexanderplatz ist bis heute sein riesiges Bildfries "Unser Leben" zu sehen – mit 7 mal 125 Metern Europas vielleicht größtes Gemälde.

20 Jahre lang führte er als Rektor die Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Einer seiner heute bekanntesten Studenten ist Georg Baselitz. Von 1959 bis 1988 war Womacka zudem Vizepräsident des Verbandes Bildender Künstler in der DDR.

Der Fall der Mauer brachte ihm einen jähen Karriereknick.

1925 in Obergeorgenthal im heutigen Tschechien geboren, hatte Womacka zunächst eine Ausbildung als Zimmer- und Dekorationsmaler absolviert, ehe er in Weimar und Dresden Kunst studierte. Mit seinen farbenfrohen, oft großflächigen Arbeiten wurde er in der DDR schnell zu einem der populärsten Künstler. Auch sein Förderer Walter Ulbricht ließ sich von ihm porträtieren.

Für das Außenministerium in Ostberlin entwarf er 1967 drei großformatige Wandbilder, die beim Abriss 1995/96 vernichtet wurden. Sein riesiges Wandbild "Der Mensch, das Maß aller Dinge" an der Außenfassade des einstigen DDR-Bauministeriums soll dagegen vor der drohenden Zerstörung gerettet werden.

Die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBH) hat sich bereiterklärt, 360 einzelne Keramikplatten einzulagern, bis eine Ausstellungsmöglichkeit gefunden ist.

Bilder