Magdeburg (dpa) l Nach Jahren mit erheblichen Einschnitten erhalten die Theater und Orchester in Sachsen-Anhalt künftig deutlich mehr Geld. Die entsprechenden Theater- und Orchesterverträge für die Jahre 2019 bis 2023 wurden am Donnerstag in der Staatskanzlei in Magdeburg unterzeichnet. Die neun Häuser erhalten danach eine um fünf Prozent höhere Grundförderung, die von Land und den kommunalen Trägern finanziert wird. Dazu komme eine jährliche Steigerung um vier Prozent, damit Tariferhöhungen möglich sind.

"Am Ende ging es uns darum, die Theater und Orchester in eine verlässliche Zukunft zu führen, die ihnen ermöglicht, den künstlerischen Herausforderungen der nächsten Jahre gerecht werden zu können", sagte Staats- und Kulturminister Rainer Robra (CDU). Die prekäre Situation der Häuser nach der letzten Vertragslaufzeit habe gemildert oder beendet werden sollen.

Land gibt 197 Millionen Euro

Alles in allem gibt das Land laut Robra in den kommenden fünf Jahren 197 Millionen Euro für die Theater und Orchester aus, die Kommunen 316 Millionen Euro. In der letzten Förderperiode waren es 167 Millionen Euro vom Land und 282 Millionen Euro von der kommunalen Seite gewesen.

Bei mehreren kommunalen Trägern hatte es teils sehr lebhafte Debatten gegeben, ob sie die Erhöhungen mittragen können. Am Ende stimmten aber alle zu. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sagte stellvertretend für die kommunalen Träger, es sei mehr herausgekommen als man erwartet habe. "Jetzt haben wir Sicherheit für die nächsten Jahre."

Politik öffnet sich für Theater

Der Geschäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle, Stefan Rosinski, sprach von einem historischen Schritt, der mit den neuen Verträgen gegangen werde. Es werde eine neue Qualität erreicht. Rosinski sprach von einer "kulturpolitische Revision". "Das will nicht genug gewürdigt sein. Im Übrigen macht es auch Hoffnung, dass politische Mandatsträger willens sind, sich der Fachkompetenz der Theatermacher zu öffnen, sich ihren Argumenten nicht zu erwehren, sondern diese sich sogar zu eigen zu machen."

Staats- und Kulturminister Robra unterstrich das Ziel, dass mehr Theater und Orchester ihr Mitarbeiter nach Tarif bezahlen können. "Das wird wahrscheinlich auch jetzt nicht überall möglich sein. Und schon gar nicht in sehr schnellen Schritten. Aber die Grundlagen dafür sind gelegt." Er bezeichnete die Theater und Orchester als Rückgrat der Kulturpolitik. Sie strahlten weit über die Orte hinaus, an denen sie angesiedelt seien. Robra ermunterte die Häuser, sich um zusätzliche Projektmittel zu bewerben. Diese sollten helfen, die Theater national und international stärker in Erscheinung treten zu lassen.