Halle (dpa) l Mit einem neuen Sonderförderprogramm will die Kunststiftung Sachsen-Anhalt Künstlern den Zugang und die Arbeit in Museen ermöglichen. Das Programm "Heimatstipendium" solle Wegbereiter für neue Werke sein und die Sammlungen stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken, sagte Direktorin Manon Bursian der Deutschen Presse-Agentur. Dafür kooperiere die Stiftung mit dem Landesmuseumsverband. In diesem und im nächsten Jahr sollen bis zu acht Jahresstipendien zu je 12.000 Euro vergeben werden. Das Gesamtbudget betrage 173.000 Euro.

"Das Geld wird auch für Veranstaltungen, Kuratorenhonorare und Öffentlichkeitsarbeit bereitgestellt", sagte Bursian. Der Grund: "Was Deutschland groß gemacht hat, entstammt auch der Kultur in kleinen Städten. Insofern kann es für Künstler von heute höchst spannend sein, sich mit Bismarck in Schönhausen, Winckelmann in Stendal oder Schütz in Weißenfels zu befassen." Ziel sei es, zeitgenössische Künstler mit diesen Schätzen zusammenzubringen und ein breites Publikum für die Museen zu aktivieren.

Nach der Bekanntmachung an diesem Montag können sich Museen aus Sachsen-Anhalt bis 4. Mai bewerben. "Wir wünschen uns viele Anträge von kleinen Häusern im ländlichen Raum, denn hier sind die Bedingungen für Kunstrezeption schwieriger als in großen Städten", sagte Bursian, die in der Vorbereitung selbst kleine Museen zwischen Arendsee und Zeitz besucht hat.

Stipendien über halbe Millionen Euro

Sind die Einrichtungen ausgewählt, können sich Künstler aller Sparten um einen Jahresaufenthalt bewerben. Bursian zufolge geht es um Inspiration und "frischen Wind" für die Häuser und Künstler. Die Stipendiaten sollen sich austauschen und vernetzen.

Insgesamt habe die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt pro Jahr etwa 500.000 Euro für Einzelstipendien und Projekte zur Verfügung – auch Arbeitsaufenthalte wie beispielsweise in der Villa Aurora in Kalifornien werden gefördert. In Zukunft wolle die Stiftung ihr Engagement im Ausland erweitern. Bursian strebt eine Erweiterung des Länderspektrums an. In den vergangenen drei Jahren habe die Stiftung im Schnitt jährlich 40 Stipendien vergeben. Wer Geld aus dem regionalen Stiftungstopf erhalte, müsse in der Regel einen Wohnsitz in Sachsen-Anhalt haben.

Die größte Bewerbergruppe seien Absolventen der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle. "Sie verlassen den dortigen Kokon und dann kommt für sie die schwerste Zeit." Ein Stipendium ebne den Weg. Dass die Stiftung auch Karrieresprungbrett sei, höre die Direktorin gern. "Der Anspruch der Künstler und die Qualität der Diplome sind hoch. Ein Stipendium zu bekommen ist wie eine Auszeichnung, fast wie ein Kunstpreis." Dieses Förderinstrument zähle in der Vita. Doch nur auf junge, motivierte Diplomanten sei die Stiftung nicht ausgerichtet. Auch etablierte, ältere Künstler stünden auf der Liste.