Comedy Matze Knop: "Jetzt mache ich auf dicke Hose"
In den 90er Jahren haben Sie in der Rolle als Supa-Richie manchen Zuschauer genervt. Allerdings wissen viele Comedy-Freunde auch heute noch, wer Supa-Richie war und wie diese Figur aussah. Lebt denn Supa-Richie noch?
Matze Knop: Ja, er lebt noch beziehungsweise wieder. Zu meiner neuen Tour "Diagnose: Dicke Hose" passt er natürlich wie die Faust aufs Auge. Und es wird genauso, wie Sie es gesagt haben, dass die Leute, die damals so 15/16 waren, sagen: Damit bin ich groß geworden und die können sich auch noch an den Refrain erinnern. Ich fand einfach, dass die Figur des Supa-Richie immer noch top ist und sie funktioniert auch. Deshalb muss er dabei sein.
Hat er sich verändert in all den Jahren?
Er ist schon noch so, wie er immer war. Aber ich bin gerade dabei, ihm musikalisch neues Leben einzuhauchen. Er wird also modernisiert.
Richie hatte eine besondere Sprache. Nicht ganz richtig, nicht ganz falsch, im deutsch-türkischen Slang. Das war schon sehr gewöhnungsbedürftig.
Stimmt. Er hatte eine eigene Sprache. So etwas steht in keinem Wörterbuch. Aber das war lustig. Man findet etwas lustig, wenn etwas falsch ist.
Dann fehlt bloß noch das Supa-Richie-Wörterbuch ...
Das würde wahrscheinlich top ankommen. Eine gute Idee.
Ist diese Rolle für die Fans von heute noch ein Thema?
Doch. Das war ja damals so um 1998, da gab es noch kein Comedy wie heute. Da gab es MTV und VIVA, da lief das natürlich hoch und runter. Und das haben die Leute heute noch im Kopf. Ich finde das gut. Der Supa-Richie hat mir ja den Einstieg in die Comedy-Karriere ermöglicht und ich bin sehr stolz auf ihn. Aber es war mit ihm tatsächlich so, dass es nur zwei Meinungen gab: Entweder man hat ihn geliebt oder man hat ihn gehasst. Das war aber auch das Erfolgsrezept.
Als Kind wollten Sie wie Rudi Carrell werden. Was hat Carrell für Sie so besonders gemacht?
Als Rudi Carrell damals angefangen hatte, war er ja auch "dicke Hose". Der hat die Gags rausgehauen, war spontan, auf seine holländische Art sehr charmant, hatte Publikumsnähe und sein Programm war abwechslungsreich. Das sind Dinge, die sich bei mir auch wiederfinden. Und witzig ist ja auch, dass der Supa-Richie richtig Richie Carelli heißt. Das ist mir aber erst später aufgefallen, das war nicht beabsichtigt. Ich hatte also mit fünf schon hellseherische Fähigkeiten.
Ihr neues Programm haben Sie "Diagnose: Dicke Hose" genannt. Hier geben Sie richtig den Macho. Warum sind Machos so beliebt?
Ich glaube, dass man Menschen mag, die wissen, was sie wollen. Darum geht es mir hauptsächlich, dass man diese falsche Bescheidenheit ablegt. Man muss auch mal protzen statt zu glotzen. Wenn man zum Beispiel als Kind den Wunsch hatte: Ich werde mal Autorennfahrer, und mittlerweile ist man 53 und immer noch Bürokaufmann und denkt sich: Ach, hätt` ich`s doch mal ausprobiert, dann ist jetzt der beste Zeitpunkt, das zu tun.Egal, was die Nachbarn sagen. Einfach mal auf den Putz hauen.
Matze Knop privat. Ist der auch ein Macho?
Bestimmt. Nicht nur, aber es gibt schon Situationen, wo ich sage: Jetzt mache ich auf "Master of dicke Hose". Und ganz ehrlich: Natürlich mögen Frauen den Mann, der die Spülmaschine einräumt, der alles repariert, verständnisvoll ist und zuhört ...
Höre ich da ein Aber?
Aber der coole war schon in der Schule der, der mit dem Moped kam. Ein bisschen Macho bin ich, ja. Und in diesem Programm noch ein bisschen mehr.
Wie sollten sich Männer von heute definieren? Macho? Schwiegermuttiliebling?
Es gibt immer was dazwischen. Ich finde, man sollte cool sein, aber gefühlvoll. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Man sollte schon ein bisschen Energie an den Tag legen. Immer nur Schlaffi, das ist auch nix. Da muss man schon die Mitte finden und das werde ich in dem Programm genau definieren.
Sie wissen also, wie ein Mann sein sollte. Wissen Sie denn auch, was Frauen wollen?
Oh, wenn ich das wüsste, dann wäre ich der glücklichste Mensch dieses Planeten. Wenn Sie es wissen, dann sagen Sie es mir bitte so, dass ich es als Mann verstehe. Wir versuchen das auf der Bühne zu ergründen, aber ich will da den Männern nicht zu viel Hoffnung machen. Aber ich glaube: Ihr wollt schon einen Mann, oder?