Berlin (sk/dpa) l Den Musikpreis Echo wird es in Zukunft nicht mehr geben. Das teilte der Bundesverband Musikindustrie am Mittwoch in Berlin mit. Er reagierte damit auf die Kontroverse um die Preisvergabe an ein als judenfeindlich kritisiertes Album der Rapper Kollegah und Farid Bang.

Die Marke Echo sei so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei, heißt es in der Mitteilung. Das ziehe auch eine Neuaufstellung beim Echo Klassik und beim Echo Jazz nach sich. Die anstehenden Jazz-Preise sollen am 31. Mai in Hamburg in kleinerem Kreis ohne TV-Inszenierung verliehen werden.

Das prämierte Album enthält Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow". Nach der Preisverleihung hatten zahlreiche Musiker aus Protest ihre Echos zurückgeben – darunter Stardirigent Daniel Barenboim und Marius-Müller Westernhagen.

Reaktionen zum Echo-Eklat 2018

Berlin (jr) l Trotz ihrer umstrittenen Texte haben die beiden Rapper Farid Bang und Kollegah in Berlin einen Echo bekommen. Dem Rap-Duo wird Antisemitismus vorgeworfen. Es gibt viel Empörung, aber auch Beifall.

  • Moderatorin Dunja Hayali hätte bei der Verleihung des Echo 2018 in Berlin anders als die meisten protestiert und den Saal verlassen.  Foto: Sven Hoppe/dpa, Montage: Volksstimme.

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  • Punk-Sänger Campino kritisierte das Rap-Duo auf der Bühne bei der Preisverleihung des Echo 2018 in Berlin. Foto: Matthias Balk/dpa, Montage: Volksstimme.

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  • Rapper Sido kritisiert nach der Preisverleihung beim Echo 2018 in Berlin Campino. Foto: Caroline Seidel/dpa, Montage: Volksstimme.

    Rapper Sido kritisiert nach der Preisverleihung beim Echo 2018 in Berlin Campino. Foto: Caroline ...

  • Juso-Chef Kevin Kühnert findet klare Worte nach der Echo-Verleihung in Berlin. Foto: Michael Kappeler/dpa, Montage: Volksstimme.

    Juso-Chef Kevin Kühnert findet klare Worte nach der Echo-Verleihung in Berlin. Foto: Michael...

  • Charlotte Knobloch, die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, findet die Verleihung des Echo 2018 in Berlin an Kollegah und Farid Bang falsch. Foto: Tobias Hase/dpa, Montage: Volksstimme.

    Charlotte Knobloch, die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, findet...

  • Der Schauspieler Jan Josef Liefers zum Echo 2018 in Berlin. Foto: Guido Kirchner/dpa, Montage: Volksstimme.

    Der Schauspieler Jan Josef Liefers zum Echo 2018 in Berlin. Foto: Guido Kirchner/dpa, Montage: Vo...

  • Der Vater von Oliver Polak überlebte den Holocaust. Der Comedian ist auch empört über den Zeitpunkt der Verleihung.  Foto: ProSieben/Richard Huebner/dpa, Montage: Volksstimme.

    Der Vater von Oliver Polak überlebte den Holocaust. Der Comedian ist auch empört ü...

Deutschland brauche als drittgrößter Musikmarkt der Welt "zur genre und generationsübergreifenden Auszeichnung von Künstlerinnen und Künstlern" weiterhin "Musikpreise mit Leuchtturm-Charakter". Man wolle jedoch keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen werde, teilte der Bundesverband mit.

Das um den diesjährigen Echo herum Geschehene, wofür der Vorstand sich entschuldigt habe, könne zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, man werde aber dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht wiederhole, heißt es in der Mitteilung des Verbandes.