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Neues Programm mit Vera Feldmann Neun Frauen – satirisch bis herzergreifend

08.10.2010, 04:14

Von F.-René Braune

Magdeburg. Im Pausenraum des Magdeburger Puppentheaters macht Vera Feldmann einen aufgeregten, aber zufriedenen Eindruck. Aufgeregt, weil der Premierentermin für ihr zweites Soloprogramm in dieser Spielstätte immer näher rückt, zufrieden, weil sie "eine richtig gute Zeit" hinter sich hat. Als Mitglied des Kabaretts "Denkzettel" stand sie nach der Schließung der Spielstätte im vergangenen Jahr im Magdeburger Hundertwasserhaus vor dem Nichts. Ihre Wochen währende Suche nach neuen Auftrittsmöglichkeiten gipfelte schließlich in einem Angebot des Puppentheater-Intendanten Michael Kempchen: "Spiel doch einfach bei uns!"

Im Gespräch mit der Volksstimme denkt die Schauspielerin zurück: "Ich war unglaublich überrascht, dass mir förmlich eine Welle der Solidarität entgegenschlug. Alle möglichen Leute haben angerufen und mir angeboten, bei ihnen aufzutreten. Aber das Puppentheater war natürlich ein absoluter Glücksfall."

Es folgte der "Leichenschmaus im Frauenhaus", 24 Vorstellungen – Gastspiele mitgerechnet – und alle ausver- kauft. "Ein wirklich tolles Gefühl", gibt sie entspannt lächelnd zu Protokoll.

Vollendet wurde dieses Empfinden durch den Vorschlag von Michael Kempchen, nachzulegen, ein neues Stück zu inszenieren und auch damit im Puppentheater aufzutreten. Jetzt steckt sie mitten in den Proben, denn am 29. Oktober wird "Du bist nur der Arsch" von Philipp Schaller Premiere haben.

"Ich kann wieder Geschichten erzählen"

Feldmann spielt darin neun Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Eine Obdachlose ist ebenso zu finden wie eine Millionärsgattin, eine 16-Jährige und eine Hartz-IV-Empfängerin. Sie alle haben natürlich ihre eigenen Erfahrungen, Sichtweisen, Enttäuschungen, aber auch Irritationen und Hoffnungen, die sie dem Publikum vor einem Supermarkt als Ort des Geschehens vermitteln.

"Was diese Frauen erzählen, ist eine wunderbare Mischung aus Satire, Theater, Groteske, und Drama", schildert die Schauspielerin. "Das Publikum wird viel lachen können, aber es wird auch sehr nachdenklich stimmende Momente geben und solche, die einfach zu Herzen gehen. Ich bin zwar jetzt schon wahnsinnig nervös, andererseits aber freue ich mich schon sehr auf die Premiere."

Den Grund für ihre Freude beschreibt sie so: "Ich kann wieder das machen, was ich in meinem Beruf immer machen wollte – Geschichten erzählen, die die Leute berühren."