Puhle & Co. werben für neue Otto-Schau Magdeburg und sieben Korrespondenzstandorte stellen in Berlin ihre Projekte vor
Magdeburg und Sachsen-Anhalt setzen wieder auf Otto den Großen - und werben auch in Berlin für die im August beginnende große Ottonen-Schau. In der Landesvertretung Sachsen-Anhalt wurden die neue Schau in Magdeburg und die Korrespondenzorte präsentiert.
Von Grit Warnat
Berlin l Der 1100. Geburtstag Ottos des Großen und der 1050. Jahrestag seiner Kaiserkrönung haben das Team um den Magdeburger Museumschef Matthias Puhle erneut zu einer großen Otto-Schau angeregt. Sie sei genauso wichtig wie die bisherigen beiden großen Ausstellungen 2001 und 2006, sagte Puhle, auch wenn die 2012er Schau nicht den Titel Europaratsausstellung tragen würde. "Man sagte mir, ich soll nicht noch einmal mit Otto kommen", so der Museumschef, der sich wohl innerlich gefragt haben wird: Ja womit denn sonst?
Sachsen-Anhalt ist Ottonenland. Das wurde an diesem Donnerstagabend bei der Präsentation der Ausstellung und der Korrespondenzprojekte immer wieder deutlich. In Wallhausen hatte Otto der Große am 23. November 912 das Licht der Welt erblickt, Magdeburg seiner ersten Ehefrau, der englischen Prinzessin Edgith, als Morgengabe geschenkt, Memleben soll er sich 973 als Sterbeort ausgesucht haben. Überall in Sachsen-Anhalt trifft man auf das Leben und Wirken Ottos des Großen. Die Korrespondenzstandorte Gernrode, Halberstadt, Memleben, Merseburg, Quedlinburg, Tilleda und Wallhausen haben sich zu einem ausstellungsübergreifenden Projekt zusammengeschlossen. Markus Cottin, Leiter Stiftsbibliothek und Stiftsarchiv Merseburg, sprach von acht großartigen Ausstellungen, die verdeutlichen würden, dass wir Sachsen-Anhalt ständig als ein ottonisches Museum durchschreiten könnten.
Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) nannte Otto ein historisches Markenzeichen, das nicht nur Identität stifte, sondern auch für Unternehmen bei der Standortsuche eine nicht zu unterschätzende Rolle spiele. Diese Geschichte des Landes stünde heute auch für einen stärkeren Zusammenhalt der Menschen, sagte Haseloff, und nannte als Beispiel die Korrespondenzstandorte, die ebenfalls mit ihren Projekten auf Ottos Spuren führen möchten.
Zugpferd im Kaiser-Otto-Jahr aber wird die Landesausstellung "Otto der Große und das Römische Reich - Kaisertum von der Antike bis zum Mittelalter" im Kulturhistorischen Museum, die tausend Jahre europäischer Kaisergeschichte beleuchten wird. Bei der Fülle an Material blieb Projektleiterin Gabriele Köster nur ein kurzer, trotzdem interessanter Ausflug in die Themenbereiche und die kostbaren Exponate, die zu sehen sein werden. 300 wertvolle Leihgaben aus Museen und Bibliotheken wie dem vatikanischen Museen, den Kapitolinischen Museen und der Biblioteca Apostolica Vaticana in Rom, dem Historischen Museum in Moskau, der Bibliothèque National Paris und dem Kunsthistorische Museum Wien werden in Magdeburg gezeigt.
"Sie können sich überlegen, wann Sie im Herbst unsere Ausstellung besuchen kommen", sagte Puhle, ohne die Frage nach dem Ob überhaupt in Betracht zu ziehen. Zeit kann man sich nehmen vom 27. August bis zum 9. Dezember.