Magdeburg l Shakespeare fiel förmlich ins Wasser. Der Arzt hatte Ulrike Nocker aus dem Trio der Nachtschwärmer eine Gesangspause verordnet. Vier Tage vor der geplanten Premiere von „Shakespeare on board“ Krisensitzung der Akteure. Sänger Matthias Krizek und Musiker Oliver Vogt wagten sich an ein Experiment. In knapp zwölf Stunden stand das Konzept für ein völlig neues Programm.

Samuel Becketts 1953 uraufgeführtes Stück „Warten auf Godot“ gab die Initialzündung. Die inzwischen fast legendäre Strandgutbar 3/28 der Nachtschwärmer wurde Ort der Handlung von „Warten auf Ulrike“ . Gemeinsam mit Regisseur Knut Müller-Ehrecke griffen die beiden Darsteller in die Trickkiste, stellten einen Mix aus erfolgreichen Nummern vergangener Inszenierungen, neuen Titeln und verbindenden Texten zusammen.

Für Krizek und Vogt eine Herausforderung, die sie meisterten. Etwas von der Anspannung, die der Programmwechsel mit sich brachte, ließ sich am Premierenabend noch spüren. Ein wenig aber blieb der Gedanke des Wartens auf die Mitspielerin auf der Strecke, Normalität zog in die Situation ein. Das aber tat dem Vergnügen am Abend keinen Abbruch.

Ein Mann in Stöckelschuhen

Krizek schlüpfte in eine seiner Paraderollen, gab den Kellner aus dem Salambo, der als Claudia dort den Fandango tanzt. Der Auftritt in roten Stöckelschuhen erweckte nicht den Eindruck einer Kopie des Titels von Klaus Hoffmann, sondern bekam durch die eigene Interpretation Pfiff und Temperament. Bei Oliver Vogt ging es in einem Monolog um die Würde der Wurst. Genüsslich beschrieb er, wie in seiner Kindheit der Verzehr einer Scheibe Brot, belegt mit Zervelatwurst, regelrecht zelebriert wurde.

Die diesjährige Elb-Sommer-Nacht blieb fast Shakespeare-frei, nur einmal durfte der Meister selbst erscheinen, gab einen Vorgeschmack auf „Shakespeare on board“, der nur für kurze Zeit auf Eis liegt.