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Tenor Piotr Beczala hat ein Faible für die Faust-Partie

14.07.2016, 12:41

Salzburg (dpa) - Star-Tenor Piotr Beczala liebt die Mehrdeutigkeit von Rollen. Bei den Salzburger Festspielen singt der Pole im Faust von Charles Gounod die Titelpartie.

Faust ist eine meiner Lieblingsrollen und zugleich eine Pflichtrolle für jeden lyrischen Tenor. Mich begleitet sie seit 2004, und ich entdecke beim Singen dieser Rolle jedes Mal neue Facetten und Herausforderungen, sagte der Künstler der Deutschen Presse-Agentur.

Beczala zufolge vereint der Faust in sich eine seltene Kombination von zwei Charakteren: zum einen den alten Faust im Prolog als verbitterten und verzweifelten Mann, der an seinen eigenen Schwächen scheitert, und zum andern den jungen Faust im Rest des Stücks als draufgängerischer und schwärmerischer Liebhaber, der unter dem Einfluss von Mephisto immer weiter zugrunde geht.

Nach Darstellung von Beczala ist die Salzburger Neuproduktion von Faust (Premiere: 10. August) als Dreiecksgeschichte angelegt: Faust und Mephisto sind zwei Seiten eines einzigen Mannes, die in abstraktem Ambiente um die Gunst der Margarete ringen und scheitern: Jedenfalls gibt es jede Menge bewegte Bilder und interessante Gestalten - ich bin sehr gespannt auf das Endergebnis.