Über einen grantigen Alten Verschrobener Finne: "Kaffee mit Milch und Stress"
Der namenlose Alte stört sich in "Kaffee mit Milch und Stress" an der modernen Welt. Doch er hat einen weichen Kern. Das wird in dem Film klar, obwohl der Protagonist weder seine Gefühle zeigt noch viel redet.
Berlin (dpa) - Früher war die Welt noch in Ordnung, denkt der Alte in der finnischen Tragikomödie "Kaffee mit Milch und Stress". Da arbeitete man hart, redete wenig und Männer waren noch Männer.
Als er nach einem Unfall zu seinem Sohn in die Stadt ziehen muss, prallen Welten aufeinander. Der namenlose Alte nimmt - mitunter herrlich politisch unkorrekt - kein Blatt vor den Mund. Regisseur Dome Karukoski ist eine berührende Geschichte gelungen, die mit reduziertem Stil vom Altwerden, vom Alleinsein und von einer tiefen Liebe erzählt, die man nie zeigt, aber auch ohne Worte spürt. Ein Film über einen grantigen alten Mann aus dem Norden in der Tradition etwa des "Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand".
Kaffee mit Milch und Stress, Finnland 2014, 98 Min., FSK ab 0, von Dome Karukoski, mit Antti Litja, Petra Frey, Mari Perankoski