1. Startseite
  2. >
  3. Kultur
  4. >
  5. Zweifel an Klangqualität in Elbphilharmonie

Zweifel an Klangqualität in Elbphilharmonie

22.02.2013, 01:15

Hamburg (dpa) l Über die Akustik des Konzertsaales der Elbphilharmonie ist in Hamburg eine Diskussion entbrannt - kurz bevor der Senat darüber entscheidet, ob er das Konzerthaus vom Baukonzern Hochtief zu Ende bauen lässt. Uwe Stephenson, Professor für Raumakustik an der Hamburger Hafencity-Universität, hat Zweifel, ob der Klang wirklich höchsten Ansprüchen genügen wird. "Die Stadt hat es versäumt, konkrete, zahlenmäßige Zielwerte zu definieren - das ist unverantwortlich und unglaublich unprofessionell", sagte Stephenson dem "Hamburger Abendblatt". Die Elbphilharmonie soll einmal zu den zehn besten Konzerthäusern der Welt gehören.

Stephenson widerspricht Darstellungen der Kulturbehörde, wonach "gute Akustik" nicht messbar sei. "Es gibt sogar eine internationale Norm, die Kriterien für ¿gute Akustik\' liefert, Sollwerte dazu stehen in jedem Raumakustik-Lehrbuch", sagte der Professor. Seinen Berechnungen zufolge ist der Saal mit bis zu 30 Metern viel zu hoch - ideal seien zehn. In Kombination mit dem zeltförmigen Dach könne das dazu führen, dass die Nachhallzeit bei bis zu drei Sekunden liege - als ideal gelten zwei. Der Saal für die 2150 Zuhörer sei auf das beste Ergebnis für die Akustik ausgerichtet, sagte Enno Isermann, Sprecher der Kulturbehörde.