Wiesbaden (dpa) - Das Thema Flüchtlinge wird voraussichtlich bei der Wahl zum Wort des Jahres weit vorne vertreten sein. Es ist aber keineswegs sicher, dass der siegreiche Begriff aus dieser Sparte kommt.

Für Konkurrenz sorgen 2015 unter anderem der Abgasskandal rund um den Autohersteller VW oder die Diskussion um eine drohende Griechenland-Pleite. Die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden muss aus rund 2500 Vorschlägen auswählen - das Wort des Jahres soll an diesem Freitag (10.00 Uhr) bekanntgegeben werden.

Im Rennen sind wieder Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich besonders bestimmt haben. Das wären 2015 auch Begriffe rund um die Pegida-Demonstrationen und um Islamismus. Basis für die Arbeit der Jury sind Fundstücke aus Medien und Einsendungen von Außenstehenden. Für die Auswahl entscheidend ist der GfdS zufolge nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern vielmehr seine Signifikanz und Popularität.

Die Berliner Lichtgrenze zum Mauerfall-Jubiläum war das Wort des Jahres 2014. Den sprachlichen Nerv der Zeit hatten in den Jahren zuvor - nach dem Urteil der Jury - die Abkürzung GroKo (2013), die Rettungsroutine (2012) und der Stresstest (2011) getroffen. Die Aktion der Gesellschaft für deutsche Sprache gibt es bereits seit dem Jahr 1977.

Gesellschaft für deutsche Sprache