Addis Abeba/Amsterdam (dpa) - Eine jahrelang in den Niederlanden verschollene äthiopische Krone aus dem 18. Jahrhundert ist nun endlich zurück in ihrer Heimat.

Die niederländische Ministerin für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit Sigrid Kaag überreichte die Krone, die der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche gehört, am Donnerstag Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed.

Die Krone sei vor mehr als zwei Jahrzehnten aus einer Kirche im Dorf Cheleqot im Norden Äthiopiens verschwunden, erklärte die niederländische Regierung. Sie wurde dann von Sirak Asfaw, einem Holländer mit äthiopischen Wurzeln, gefunden - im Koffer eines Besuchers, wie der staatliche äthiopische Sender Fana berichtete.

Er behielt die Krone laut der niederländischen Regierung viele Jahre in Rotterdam, bis er sich 2019 beim Außenministerium meldete. Demnach half ihm dabei der bekannte Kunstdetektiv Arthur Brand, der unter anderem im vergangenen Jahr ein gestohlenes Gemälde von Pablo Picasso aufspürte.

"Dies ist ein großartiger Tag für uns", sagte die äthiopische Ministerin für Kultur und Tourismus, Hirut Kassaw, der Deutschen Presse-Agentur. Es werde die Anstrengungen Äthiopiens stärken, weitere Artefakte, die im Ausland sind, zurückzubekommen.

Etliche historische Artefakte aus Afrika befinden sich in Museen und Privatbesitz in Europa und den USA. Einige von ihnen wurden während der Kolonialzeit geplündert. Länder wie Nigeria und Äthiopien fordern immer wieder die Restitution bestimmter Artefakte. In Deutschland herrscht seit Jahren eine Debatte darüber, wie mit der kolonialen Vergangenheit und den Objekten aus dieser Zeit umzugehen ist - gerade im Zusammenhang mit dem geplanten Humboldt Forum in Berlin. Dieses soll unter anderem Exponate aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien zeigen.

Mitteilung der niederländischen Regierung

Bericht von Fana