Rom (dpa) - Die große italienische Modedesignerin Krizia ist tot. Sie starb am Sonntagabend in ihrem Haus in Mailand im Alter von 90 Jahren.

Ihr sei plötzlich unwohl geworden, berichteten italienische Medien. Ihr Ehemann Aldo Pinto sei an ihrer Seite gewesen. Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi sprach am Montag der Familie sein Beileid aus und bezeichnete die Verstorbene als absolute Protagonistin der Mode und des Made in Italy.

Ihr Lieblingstier war der Panther, sie machte ihn immer wieder zum Motiv, und als Pantherin wurde sie am Montag in italienischen Nachrufen gewürdigt. Sie war kantig und sanft zugleich, auf elegante Weise hart, und sie machte Mode für starke Frauen wie sie selbst. Lady Diana (1961-1997) soll ihre Trikotagen sehr geschätzt haben.

Mariuccia Mandelli, so ihr bürgerlicher Name, wurde am 31. Januar 1925 in der norditalienischen Stadt Bergamo geboren. Die gutbürgerlichen Eltern steckten sie in ein Schweizer Internat, und auf elterlichen Wunsch studierte sie auch für das Lehramt - nur um alles für ihre wahre Berufung sausenzulassen: Schon als Kind hatte sie ihre ersten Kollektionen für Puppen entworfen. So hängte sie den Job als Grundschullehrerin schon nach einem Jahr an den Nagel und begann, Röcke zu schneidern. Um diese an die Frau zu bringen, reiste sie mit einer Vespa durch ganz Italien, bot die Röcke aber nur Geschäften an, die ihr gefielen.

Ihre erste Kollektion unter dem Namen Krizia entwarf sie 1954. Den Namen leitete sie von einem Dialog des griechischen Philosophen Plato über die weibliche Eitelkeit ab. Vier Jahre später wurde sie Präsidentin und Alleininhaberin des Krizia-Konzerns.

Immer stand sie aufs Außergewöhnliche, verwendete zum Teil auch ungewöhnliche Materialien wie Gummi, Kork oder Aalhaut. Die Amerikaner nannten sie deshalb Crazy Krizia (Verrückte Krizia) - ihr Markenzeichen in der Neuen Welt. Zu ihren Kollektionen gehörten klangvolle Namen wie Kriziamaglia, Krizia Poi, Krizia Baby oder Krizia Jeans. Sie zeichnete auch für zwanzig Lizenzen, darunter ihre Parfümreihe, Küchenmöbel, Fliesen, Brillen und Lederwaren verantwortlich.

Ende der 60er Jahre heiratete sie Aldo Pinto. Sie entwarf immer neue Kollektionen und wollte auch im Rentenalter lange nicht ans Aufhören denken. Im Zuge der italienischen Mani pulite-Ermittlungen (Saubere Hände) wurde sie verdächtigt, die Finanzpolizei geschmiert zu haben. Aber das Ganze endete mit einem Freispruch erster Klasse. 2014 verkaufte sie ihr Unternehmen an einen chinesischen Investor, und der Phoenix trat als Emblem an die Stelle des Panthers.

Bericht "La Repubblica"