Berlin (dpa) - In einer seiner größten Rollen ist Manu Bennett gar nicht zu erkennen: Als bösartiger, gnadenloser und blutrünstiger Ork-Anführer Azog mag er wohl hinter seiner furchteinflößenden Maske verschwinden, gleichwohl hinterließ er in Peter Jacksons "Hobbit"-Trilogie einen bleibenden Eindruck.

Der neuseeländische Schauspieler mit maorischen Wurzeln, der einen Großteil seiner Kindheit in Australien verlebte, hatte sich im Vorfeld bereits mit einigen TV-Serien einen Namen gemacht, in denen der Hüne vorzugsweise durch seine Physis punktete.

In "Arrow" spielt er den Schurken Deathstroke, er war ein Druide in "The Shannara Chronicles" und als muskelbepackter Gladiator Crixus kämpfte er sich durch "Spartacus". All diese Rollen hängen miteinander zusammen: "Ich verkörpere Charaktere, die unüberwindliche Herausforderungen haben und sich diesen Herausforderungen physisch stellen", sagte er der Website "FilmQuest". Das brachte ihn unter anderem auf das Cover von "Men's Health" und "Muscle & Fitness"

Dabei hätte das Kraftpaket auch eine ganz andere Karriere einschlagen können. Manu Bennett, der heute 50 Jahre alt wird, war nicht nur ein talentierter Rugby-Spieler oder Breakdancer, er probierte eine Zeit lang auch klassisches Ballett aus. Der Tanz gab ihm damals die emotionale Kraft, den Tod seiner Mutter und seines Bruders zu verarbeiten, die beide kurz hintereinander bei Autounfällen starben, als Bennett 15 Jahre alt war.

"Performen war mein Weg zum Überleben", sagte er laut "Entertainment Monthly". Mit einem Stipendium am Lee Strasberg Theatre Institute in Los Angeles begann schließlich seine Schauspielkarriere.

Aufsehen erregte Bennett kürzlich mit einem Haka in Sarmizegetusa Regia, dem rumänischen Stonehenge. Bei seiner Darbietung des rituellen Tanzes der Maori war ihm nicht nur nicht bewusst, dass er sich in einem Weltkulturerbe aufhielt, er war auch splitterfasernackt.

Manu Bennett entschuldigte sich später dafür, er hätte Warnungen und Schilder, die die Besucher auffordern, sich vom Tempel fernzuhalten, nicht verstanden, da er kein Rumänisch spricht.

Auf seine Heimat hält Manu Bennett, der Vater dreier Töchter ist, von der Mutter seiner Kinder aber inzwischen getrennt lebt, besondere Stücke: "Sagen Sie Touristen nicht, wo das Paradies ist. Ich weiß nicht, ob es noch irgendwelche Geheimnisse auf diesem Planeten gibt. Aber es gibt immer noch einige in Neuseeland", sagte er "FilmQuest".