München (dpa) - Schauspieler Hans Sigl ("Der Bergdoktor") findet die Corona-Einschränkungen in der Kulturbranche "fatal", ganz besonders für die Live-Szene.

Corona habe ein Problem ans Tageslicht gebracht, mit dem sich die Branche arrangiert habe - nämlich die mangelnde Wertschätzung von Kunst und Kultur durch die Politik. "Ich finde, es ist ein sehr bezeichnendes Momentum in unserer Gesellschaft, dass zuerst Kultur und Kunst hintangestellt werden, wenn die Situation schwierig ist."

Das sei zwar nachvollziehbar, wenn es um Menschenleben geht, aber: "Es geht um das Wort systemrelevant - ein hässliches Wort - und da muss man sagen: Kultur ist systemrelevant!", sagt der 51-Jährige. Es bestehe großer Handlungsbedarf zwischen Politik und Künstlern. Jetzt sei wichtig, dass die staatlichen Hilfen bei allen Betroffenen ankommen.

Sigl selbst hat nach eigener Aussage im Corona-Sommer Glück gehabt, weil die Dreharbeiten zur 14. Staffel des ZDF-"Bergdoktor" stattfinden konnten. "Da bin ich demütig und dankbar, dass ich drehen darf, sonst sähe es mau aus." Seine für dieses Jahr geplanten Live-Veranstaltungen seien ausgefallen.

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