Salzburg (dpa) - Der österreichische Schauspieler Tobias Moretti engagiert sich gegen die Zubetonierung von Grünflächen. Das Umwidmen von Grün- und Ackerflächen in Bau- und Industrieland in Österreich sei "ein Wahnsinn", sagte der "Jedermann"-Star der Salzburger Festspiele am Mittwoch. Nicht nur die regionale Nahrungsmittelversorgung sei gefährdet. "Man braucht nie mehr von Kultur zu reden, wenn man die Kultur des eigenen Lebens und Lebensraumes vernichtet."

Auch der Dirigent Franz Welser-Möst, der bei den Festspielen die Wiener Philharmoniker in der Oper "Elektra" leitet, beteiligt sich an der Kampagne der Österreichischen Hagelversicherung. "Die Kultur Österreichs - die Musik, die Salzburger Festspiele aber auch die wunderschöne Landschaft - wird in der ganzen Welt geschätzt und geliebt", so Welser-Möst. "Mit jedem Quadratmeter Boden, den wir unter Beton vergraben, stirbt auch ein Teil dieser Identität."

Laut der Agrarversicherung, die sich für Umweltthemen einsetzt, werden in Österreich im Schnitt rund 13 Hektar am Tag bebaut, im Regierungsprogramm sind dagegen nur 2,5 Hektar vorgesehen. Die in den vergangenen 20 Jahren zugebaute Agrarfläche entspreche der ganzen Ackerfläche des österreichischen Bundeslands Burgenland.

Auch in Deutschland wird mehr Fläche zugebaut als vorgesehen. Laut Ziel der Bundesregierung sollen netto nur noch 30 Hektar pro Tag zugebaut werden - tatsächlich sind es 56 Hektar, so viel wie 78 Fußballfelder.

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