Gommern l Im Jahr 948 wurde Gommern unter dem Namen Guntmiri erstmals urkundlich erwähnt. Das war vor 1070 Jahren. Dieses runde Jubiläum feiert die Stadt in 2018 mit mehreren Veranstaltung über ganze Jahr verteilt. Eine dieser Veranstaltungen fand am Sonntag in den Räumen des Gommeraner Heimatvereins in der Walther-Rathenau-Straße 19 statt. Bei einem Themennachmittag gab es eine Filmvorführung, Vorträge und Exponate zur Entwicklung der Schullandschaft Gommerns zu sehen, zu hören und zu bestaunen.

„Anlässlich des 1070-jährigen Jubiläums von Gommern hatte uns der Bürgermeister gebeten, doch auch mal ein Auge auf die Geschichte der Schulen in Gommern zu werfen“, berichtet Frauke Wambach, Vorsitzende des Heimatvereins, was der Auslöser der Ausstellung und des Thementages gewesen ist. „Und so habe ich alle gebeten, dass sie Fotos, Klassenfotos, Chroniken, Schul-Utensilien und so weiter zusammentragen, damit wir eine schöne Ausstellung gestalten können und einen umfassenden Ordner zur Geschichte der Schulen in Gommern“, sagt sie weiter. Und Schulen hatte und hat Gommern eine Menge: Berufsschule, Knabenschule, katholische Schule, Mädchenschule, Zentralschule, Politechnische Schule, Grundschule, Sekundarschule und Gymnasium.

Auf Zuarbeit angewiesen

„Aufgrund der großen Menge und langen Geschichte der Schulen in Gommern, können wir als Verein natürlich nicht alles wissen und sind auf Hilfe und Zuarbeit angewiesen“, sagt Frauke Wambach. Wer noch historisches Wissen, Material, Fotos und dergleichen rund um die Gommeraner Schulgeschichte hat, ist somit aufgerufen, sich gern an den Heimatverein zu wenden.

Bilder

Da das Thema Schule quasi jedermann betrifft, ist es nicht verwunderlich, dass sich am Sonntag Nachmittag zahlreiche Gäste zum Thementag einfanden. Teilweise herrschte kaum noch ein Durchkommen in den Räumlichkeiten. Und so schwelgten viele der Gäste – ehemalige Schüler und auch Lehrer verschiedenster Schulen Gommerns – in Erinnerungen und blätterten in alten Fotobüchern.

Eine gute Gedankenstütze waren dabei auch die Vorträge von Karin Gust und Detlef Wetzel. Karin Gust, die an der Orts-Chronik von Gommern arbeitet, hat sich in diesem Zuge auch mit der Geschichte der Schulen beschäftigt. Ergebnisse dieser Arbeit trug sie den interessierten Zuhören vor.

Bei Detlef Wetzels Vortrag drehte sich alles um die ehemalige Berufsschule in Gommern, an der er jahrelang unterrichtete.

Mit großem Interesse wurde auch die Vorführung eines 1975 in Gommern aufgenommenen Films rund um das „Manöver Schneeflocke“ bedacht, an das sich die älteren Leser der Volksstimme sicher noch erinnern. Das „Manöver Schneeflocke“ wurde alljährlich zu DDR-Zeiten im Rahmen der vormilitärischen Erziehung an Schulen in den Klassen fünf bis acht durchgeführt. Die Schüler bekamen praktische Aufgaben gestellt, die sie im Laufe eines Schultages bewältigen sollten.

Aktion kommt gut an

„Ich glaube, ich habe meinen Bruder erkannt“, sagte anschließend Jens Hünerbein (parteilos), Bürgermeister von Gommern, der ebenfalls zum Thementag anwesend war und den Film mit großem Interesse verfolgte. Er zeigte sich auch sichtlich angetan vom „Schul-Nachmittag“ im Heimatverein und der großen Resonanz.

„Mein Wunsch an den Heimatverein, der ja auch ein bisschen Geschichtsbewahrer für Gommern ist, war, dass wir angesichts unseres Stadtjubiläums die Stadtgeschichte aufarbeiten und in entsprechenden Ausstellungen thematisieren. Da aber die Stadt so groß und die Geschichte in 1070 Jahren etwas umfangreicher ist, hat man das in Themenbereiche untergliedert. Heute also die Schulgeschichte, die große Erinnerungen in mir geweckt hat“, freut sich Jens Hünerbein .

Ansonsten wird sich das Jubiläum als Veranstaltungsreihe über das gesamte Jahr ziehen. So finden zum Beispiel die Chorjubiläen des Gemischten Chores und des Männerchores unter der Fahne 1070 Jahre Gommern statt, ebenso ein Konzert der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. Das Stadtfest wird ein wenig aufgepeppt werden, zum Beispiel mit einer Radio SAW Party. Auch das Hoffest des Heimatvereins wird unter dem Zeichen des Jubiläums stattfinden. „So zieht sich das Jubiläum wie ein roter Faden durch das Festjahr“, blickt der Stadtchef voraus.