Gommern l „Herbert“ ist immer zur Stelle, wenn die Gommeraner Feuerwehr ihn braucht. Seit vergangenem Jahr unterstützt er die Einsatzkräfte bei ihren Übungen und Ausbildungen. „Herbert“ heißt die Rettungspuppe, die der Förderverein finanziert hat, damit unter realistischen Bedingungen geübt werden kann. Er bringt 70 Kilogramm auf die Waage – und damit so viel wie ein „Durchschnittsgommeraner“, wie es auf der Mitgliederversammlung des Feuerwehrfördervereins hieß. Darüber hinaus wurden 2014 Werkzeuge zum Türöffnen und Computertechnik, die sowohl bei der Ausbildung als auch bei der normalen Verwaltungstätigkeit und bei Großschadenslagen im Krisenzentrum zum Einsatz kommt, angeschafft. Die Jugendfeuerwehr erhielt ebenfalls einen Zuschuss. Außerdem wurde Geld gespart, damit in diesem Jahr mehrere größere Bestellungen möglich sind.

Das betrifft zum einen den Hygienewagen, der es den Feuerwehrleuten möglich macht, sich nach Kontakt mit Brandrauch und Gefahrgütern zu säubern, und zum anderen den Hochleistungslüfter, der auf der neuen Drehleiter installiert werden soll. Der Lüfter wird gebraucht, um Gebäudeteile zu entrauchen. Darüber hinaus schlug Schatzmeister Jens Hünerbein der Mitgliederversammlung vor, zwei Geräte zu erwerben, die die Feuerwehrleute davor warnen, wenn sie auf explosive Gemische stoßen.

Die Anschaffung stand für die Vereinsmitglieder außer Zweifel. Sie fragten aber nach, ob zwei Stück genügen. Das ist so, weil sie nur für den Erstangriff benötigt werden. Bis zu 2000 Euro wird der Verein dafür investieren.

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Hilfe für Stadt

Auf die im städtischen Haushaltsplan 2016 vorgesehene Ersatzbeschaffung der Drehleiter kam Jens Hünerbein zu sprechen, als er vom Schatzmeister in seine Funktion des Gommeraner Bürgermeisters wechselte. Die Drehleiter sei das teuerste Fahrzeug einer Feuerwehr und ihre Beschaffung ohne Fördermittel für eine Stadt wie Gommern „ein Kraftakt“, aber die Drehleiter werde gebraucht. Er erinnerte: „Jeder kann in eine Notlage geraten“.

Jährlich gibt die Stadt zwischen 600 000 und 700 000 Euro für ihre zwölf Ortsfeuerwehren aus. Dem Förderverein dankte er als Stadtchef, dass er an vielen Stellen geholfen habe, wo die Gemeinde Engpässe hatte.

Einen guten fünfstelligen Betrag hat der Förderverein seit seiner Gründung im Juli 1995 für die Feuerwehr aufgebracht. Dass man sich die Idee aus Burg abgeschaut hatte, daran erinnerte Gerhard Schmitz, der großen Anteil an der Gründung des Gommeraner Fördervereins hatte. Vom Kompressor übers Schlauchboot bis zur Wärmebildkamera hat der Verein viele wichtige Ausstattungsgegenstände für die Feuerwehr finanziert. Ausstattungen, die nicht unbedingt vorgeschrieben sind, aber den Feuerwehrleuten bei ihren Ausbildungen und Einsätzen wichtige Unterstützung bieten. „Die Stadt rüstet die Feuerwehr aus, aber es gibt auch Wünsche darüber hinaus, die sinnvoll sind“, erklärte Ortswehrleiter Ralf Fröhlich.

Derzeit zählt die Feuerwehr Gommern etwa 30 aktive Mitglieder, für die 2015 ein anstrengendes Jahr ist. Die 73 Einsätze bisher liegen deutlich über den Durchschnitt. Nicht nur die Zahl, sondern auch die Art der Einsätze war fordernd: Gründonnerstag die Verpuffung mit drei Toten, Ende November der Gefahrgut-Einsatz auf der A2.

Viele zahlen freiwillig mehr

Wenn von 20 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr einer in den aktiven Dienst übernommen werden könne, sei das ein gutes Ergebnis, erklärte Ralf Fröhlich auf die Frage aus der Mitgliederversammlung, wie es um den Nachwuchs stehe. Die jungen Leute hörten auf, wenn die Freundin wichtiger werde oder sie für Ausbildung oder Arbeit die Stadt verließen. Gerne nehme man „gestandene Leute“ in der Feuerwehr auf, sagte Ralf Fröhlich. In den Ortschaften engagierten sich zunehmend Frauen. Auch was den Ausbildungsstand anbetrifft, stehen eher Sorgenfalten auf der Stirn des Ortswehrleiters. „Wir schaffen es nicht so viel Nachwuchs nachzuziehen, wie wir an Abgang haben.“

Mit ihren 30 Euro Jahresbeitrag leisten die Mitglieder einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des Fördervereins. Viele zahlen freiwillig mehr. Für Rentner, Auszubildende etc. ist der Beitrag ermäßigt. Der Verein erhält Geld von Straftätern, die ihre Geldstrafe einem gemeinnützigen Zweck zuführen müssen oder nach runden Geburtstagen von Persönlichkeiten, die sich statt Blumen oder Präsente eine Spende für den guten Zweck gewünscht haben. Aber auch „Klinkenputzen“ gehört für den Verein dazu.

Der Vorstand wurde für seine Arbeit entlastet und durch die Mitgliederversammlung in seinen Ämtern bestätigt. Vorsitzender bleibt Bruno-Alexander Heyne, Gerhard Hünerbein sein Stellvertreter. Peter Scheibe ist weiterhin Schriftführer und Jens Hünerbein Schatzmeister.