Biederitz/Magdeburg l In der Konzerthalle Georg Philipp Telemann im Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg erklingen erstmalig Kantaten aus dem Weihnachtsoratorium von Gottfried Heinrich Stölzel.

Stölzel schrieb die Kantaten, als er das Amt des herzoglich gothaisch-altenburgischen Hofkapellmeisters innehatte. Stets angeschlossen an die aktuelle internationale Musikszene galt er seinen Zeitgenossen und Kollegen als hochgeschätzter Komponist. Sehr spät erst setzte eine Stölzel-Renaissance ein. Erst in den 1990er Jahren wurde deutlich, dass Stölzel mehr als nur ein Kleinmeister im Schatten Bachs, Händels und Telemanns war, sondern eine höchst eigenständige Komponistenpersönlichkeit mit einer Musiksprache voller Wirkung und auf kompositorisch und handwerklich außerordentlich hohem Niveau.

Die Weihnachtskantaten kommentieren und betrachten in kunstvoller freier Dichtung das weihnachtliche Geschehen.

Stölzel hat wahrscheinlich die Texte für die Rezitative und Arien selbst verfasst. Dies erklärt auch die bewundernswerte Einheit zwischen Wort und Musik.

Die Weihnachtskantaten zeichnen sich auch durch eine erhabene Festlichkeit und eine zu Herzen gehende Weihnachtsstimmung aus.

Singen werden Donnerstagabend ab 19.30 Uhr die Solisten Doerthe Maria Sandmann (Sopran), Stefan Kunath (Altus), Stephan Hinssen (Tenor), Matthias Vieweg (Bass) sowie der Kammerchor der Biederitzer Kantorei.

Begleitet werden sie von der Weimarer Barockmusik, die auf historischen Instrumenten spielen.

Die Leitung hat der Biederitzer Kantor Michael Scholl.

Gefördert wird das Konzert von der Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der „Stiftung Kloster Unser Lieben Frauen“.