Burg l „Hoch gepokert und gewonnen.“ Christoph Eichweiden, Vorstandsvorsitzender des Vereins Burg Pro Musik, brauchte am Sonnabend dringend gutes Wetter und bekam es. Das erste Open-Air-Konzert des Vereins im Garten des evangelischen Gemeindehauses gab Nachwuchsbands die Möglichkeit, vor Publikum aufzutreten. Drei junge Bands aus Burg, Magdeburg und Oschersleben folgten dem Aufruf. Sie unterstützten die Band Donkey Beat aus Magdeburg, deren Mitglieder schon einige Jahre Bühnenerfahrung haben. Mehr als 100 Besucher und Teilnehmer kamen zum Open Air. Bei sommerlichen 20 Grad im Schatten wurden Würstchen gegrillt und Bier ausgeschenkt.

„Wir haben noch nicht so viele Auftritte gespielt“, sagte Martin Köhler von der Burger Schülerband „Dance Ban“. „Es ist toll, dass man von anderen Leuten gehört wird.“ Die drei Schüler des Roland-Gymnasiums spielten eigene Blues-Rock-Songs und Cover. Auch die Oschersleber Nachwuchskünstler „The Aceholes“ spielen ihre selbstgeschriebenen Punkrocksongs zu häufig im Probekeller und zu selten vor Publikum, gab Bassist Marko Brade zu. Am Sonnabend sorgte die Band mit schnellen Nummern und lustigen Texten („Montag, Scheißtag“) für ein spontanes Moshpit (Anrempeln) auf der Open-Air-Wiese. Sonst verteilten sich die Zuschauer unter schattenspendenden Bäumen oder auf den Bierbänken beim Ausschank.

Die Magdeburger Metalband „The Brightest Light“ lobte den Veranstaltungsort im Garten des Gemeindehauses. „Total geil“, fand ihn Gitarrist Ansgar Küpper. Genau wie die Nachwuchsband aus Oschersleben hatte Küpper über das soziale Netzwerk Facebook von der Veranstaltung erfahren.

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"Total geil"

Schon 2013 und 2014 organisierten die Mitglieder von Burg Pro Musik je ein Nachwuchskonzert, damals in der Begegnungsstätte „Siedlung Ost,“ erzählte Organisator Eichweiden. Das Jahr Pause nutze der Verein, um Fördergelder beim lokalen Aktionsplan des Landkreises zu beantragen. Mit mehr als 10 000 Euro aus Bundesmitteln plant der Verein das ganze Jahr über Konzerte und Mitmach-Aktionen. Das nächste Open Air steigt bereits im Juni, dann mit bekannteren Bands aus Burg und der Region. Der „unglaubliche Organisationsaufwand“ hätte sich gelohnt, sagte Eichweiden. Die Nachwuchskünstler beendeten ihre Konzerte geschafft, aber glücklich. „So etwas wie hier sollte es öfter geben“, rief Aceholes-Gitarrist Manuel Krüger von der Bühne. Das fand auch Gast Timo Reppin, der spontan bei dem Konzert vorbeigekommen war. „Ich war mit dem Fahrrad unterwegs und habe die Musik gehört“, sagte Reppin. „Toll, dass es sowas hier gibt.“