Bilanz 2016

504 Besucher wandern durch Gommern

Im Jahr 2016 wanderten 504 Besucher durch Gommern und nahmen das Angebot von Wegewart Steffen Grafe an.

Von Arlette Krickau

Gommern l Den Weihnachtsspeck purzeln lassen – unter diesem Motto startete Steffen Grafe auch in diesem Jahr wieder seine letzte Wanderung des Jahres. Dafür konnte der Wegewart von Gommern 20 Teilnehmer begeistern. Damit schreibt er in diesem Jahr 504 Gäste, die er auf verschiedensten Touren zu Fuß und per Rad durch die Einheitsgemeinde führte.

Die letzte Wanderung des Jahres sollte ursprünglich durch die Naherholung führen, doch daraus wurde nichts. „Beim Abfahren der Routen, die ich mir überlegt hatte, stellte ich fest, dass viele Wege nicht gut begehbar waren, durch umgestürzte Bäume oder heruntergefallene Äste“, sagt er.

Kurzerhand disponierte er um und konnte den Busunternehmer Michael Einwiller für seine Sache gewinnen. Unentgeltlich beförderte dieser die 20 Wanderlustigen nach Wahlitz. Dort war der neue Startpunkt für die Wanderung angelegt.

Von Wahlitz ging es dann entlang des Heidefeldes in den Vogelsänger Wald bis zum Krankenhaus Vogelsang. „Hier gab es dann natürlich einiges Geschichtliches zu erzählen“, sagt Grafe. Unter anderem auch vieles zum Gut zu Vogelsang, das vor gut 100 Jahren das Krankenhaus versorgte, das zu der Zeit noch Selbstversorger war. Aus dem Staunen kamen die Teilnehmer nicht mehr heraus, als er einen Blick in die DDR-Geschichte des Gutes warf. „Zu der Zeit wurden dort etwa 130 Pferde gehalten. Alle wussten das, aber niemand verstand so recht warum“, weiß er.

Mittlerweile ist man dahinter gekommen. „Fünf Hengste deckten die verbleibenden Stuten regelmäßig, die Föten wurden abgetrieben und das Fruchtwasser aufgefangen. Das wurde dann für die Pharmazie nach Frankreich verschickt.

Nach solchen Geschichten ging es weiter zum Forsthaus Vogelsang, weiter durch den Wald bis zum Osterberg. „Er ist die zweit höchste Erhebung in Gommern nach dem Kulk. Und auch wenn er so aussieht, ist er keine Wanderdüne. Wird aber ebenfalls gerne zum Rodeln genutzt“, erzählt er im Plauderton.

Der geplante Kesselgulasch auf der Halbzeit der Wanderung musste entfallen. „Das Wetter war mir zu unsicher“, so Grafe. Entschädigt wurden die Teilnehmer dann aber mit einem ordentlichen Bierfleisch auf der Wasserburg zu Gommern, die das Ziel der Wanderung markierte.

Die Bilanz der Wanderung war Lob – wie eigentlich immer, wenn Steffen Grafe etwas organisiert. Die Begeisterung war so groß, dass einige der Teilnehmer sich sogar schon wieder für die Winterwanderung im Januar angemeldet haben.

Seit drei Jahren ist Steffen Grafe nun Wegewart in Gommern und hat seit dem mehr als 1000 Menschen in die Region gelockt und sie vertrauter mit der Einheitsgemeinde gemacht. „Mittlerweile arbeite ich auch mit den Touristinformationen in Zerbst, Magdeburg und Schönebeck zusammen“, sagt er. Diese vermitteln ganze Gruppen an ihn. Am beliebtesten sind dann Radtouren, gerne mit den Schlössern der Gemeinde als Ziel. Allein sieben dieser Schlossradtouren hat er in diesem Jahr so für Touristen aus anderen Städten vermittelt bekommen.

Bei so vielen Touren könnte man annehmen, der Wegewart müsste einmal durchatmen und vielleicht einmal etwas kürzer treten. Aber weit gefehlt. Steffen Grafe ist voller Elan und Pläne.

Für das nächste Jahr stehen in seinem Plan schon zwei Schlossradtouren, zwei Kirchen- und zwei Brückenradtouren. Interessierte können sich in der Gommeraner Stadtinformation dafür auch schon anmelden.

Im Mai hat der Wegewart sich etwas neues ausgedacht: eine Kindertour. Rund um den Kulk und in den Wald soll es gehen, mit Tierspuren lesen und „Straßenverkehr“ im Wald.

Auch einige 50. Geburtstage wird er in 2017 mit Wanderungen mal anders gestalten, als die Familie solch runde Geburtstagsfeiern bisher kannte.

Auf einen Termin freut er sich persönlich schon sehr: Die mongolische Botschaft hat bei ihm angefragt. Der Minister für Geologie war bereits einmal Gast bei ihm und möchte mit seiner Familie in 2017 noch einmal kommen. „Er war als junger Mann Azubi im ZRAW, hat er bei der ersten Führung erzählt“, verrät Grafe. Da Gommern ihm in so schöner Erinnerung geblieben ist, will er wieder kommen.

Und noch ein kleines Anliegen will er in 2017 vertiefen: der Elberadeltag. 2016 hat er in Zusammenarbeit mit Schönebeck 123 Radfahrer von Schönebeck nach Gommern führen können. „Ich würde den Elberadeltag gerne noch mehr nach Gommern holen“, sagt er. Wie er sich das aber vorstellt, das wird er frühzeitig verraten, bevor im Mai dann wieder an der Elbe geradelt wird.