Niegripp l Die Meinungen gingen bei der Einwohnerversammlung mit Vertretern des Abbauunternehmens K+S zuletzt weit auseinander, als es um die täglichen Sprengungen unter dem Ort geht. Mit Hilfe von Sprengstoff wird das Salz gut 900 Meter unter der Erdoberfläche aus dem Gestein gelöst.

Nach Beschwerden von Bürgern über die beinahe tägliche Sprengung um 5 Uhr stellte der Betrieb den Abbau um. Täglich finden die Sprengungen nun erst ab 6 Uhr statt, versicherten das zuständige Bergamt als auch das Unternehmen K+S.

Sprengungen in den Abendstunden

Bei der Einwohnerversammlung Ende Februar meldeten sich zahlreiche Niegripper, die die Sprengungen immer noch weit vor 6 Uhr wahrnehmen. Woher die Geräusche kommen, konnte an dem Abend nicht geklärt werden. Der Vertreter von K+S schlossen aus, dass die Geräusche von ihnen stammen.

Auf Nachfrage der Volksstimme relativiert das Unternehmen nun seine Aussage. Pressesprecher Thorsten Kowalowka teilt dazu mit: „Die Hauptsprengungen werden immer zum Schichtwechsel durchgeführt. Beim Wechsel von Spät- zu Nachtschicht werden die Sprengungen in der Regel zwischen 21 – 21.30 Uhr ausgelöst. Es ist genehmigt, im Rahmen unserer Gewinnungstätigkeiten einzelne Arbeiten in der darauf folgenden Schicht – circa eine Stunde später – nachzusprengen. Im Bereich unter der Ortslage Niegripp verzichten wir seit März 2018 auf die Möglichkeit des Nachsprengens.“

Schall breitet sich unter Tage aus

Doch woher kommen die Geräusche, die die Bürger immer noch wahrnehmen? „Zum Wechsel von Nacht- auf Frühschicht haben wir das Sprengen direkt unter der Ortslage Niegripp ausnahmslos eingestellt. Im weiteren Umfeld der Ortslage Niegripp finden weiterhin regulär Sprengungen zum Schichtwechsel Nacht- auf Frühschicht statt, die akustisch, wenn auch mit geringerer Lautstärke, an der Oberfläche wahrnehmbar sind“, teilt er mit.

Offenbar hören die Niegripper die Sprengungen, die weiter entfernt sind. Der Schall breitet sich unter Tage aber durch die Stollen aus und dringt auch im Bereich von Niegripp an die Oberfläche. Dabei sollte genau dies beispielsweise am frühen Morgen gegen 5 Uhr verhindert werden. Einige Bürger fühlen sich in ihrer Lebensqualität durch die täglichen Erschütterungen und Sprenggeräusche beeinträchtigt. Allerdings ist eine Ende des Abbaus in Sicht. Nur noch bis Ende 2019 soll der Salzvorkommen unter dem Elbort abgebaut werden.