Nedlitz/Dornburg l „Am Anfang war es schon ein bisschen gruselig“, gibt Jara zu. Jara war mit ihren Eltern Nicole und Jesko Vonend zum Tag des offenen Denkmals nach Nedlitz gekommen, um sich in der Dorfkirche Frau Johanna Juliane Pforte und Herrn Robert Christian von Hake anzuschauen – die Nedlitzer Mumien. „Aber Frau Weber hat alles gut erklärt, und ich habe dann auch hingesehen. Das war cool“, sagt die Achtjährige.

Über 80 Besucher

Margitt Weber, ihr Mann Dr. Peter Weber sowie Manfred Kuhnert, alle drei vom Förderverein der St.-Nikolaus-Kirche, berichteten am Sonntag in mehreren Führungen über 80 Besuchern von der Geschichte der Dorfkirche, ihrer Restaurierung und der Entdeckung der Mumien, die seit einigen Jahren besichtigt werden können.

„Ich war schon mal hier, damals aber mit einer größeren Gruppe. Heute hat es mir noch besser gefallen. Es sind mehr Informationen hängen geblieben, und ich habe mehr gesehen. Die Führung hatte genau den richtigen Umfang. Gerade für die Kinder ist es natürlich spannend, die Mumien zu sehen“, sagt Jesko Vonend nach der Führung.

Bilder

Neue Gesichter

Viele neue Besucher konnten in der Kirche begrüßt werden. „Es kamen Leute aus Gerwisch, Burg und sehr, sehr viele aus Zerbst. Mit so einem Andrang hatten wir gar nicht gerechnet“, freut sich Margitt Weber über die gute Resonanz.

Über einen wahren Besucherandrang konnte sich auch die Stengel-Gesellschaft in Dornburg freuen. Die Gesellschaft, benannt nach dem Architekten des Dornburger Schlosses, organisierte vier Führungen. Stefan Schüler berichtete auf amüsante Weise über die Geschichte des 1750-58 erbauten Barockschlosses, seiner Bauherrin Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst und ihrer Tochter Sophie Auguste Friederike, der späteren Zarin Katharina die Große.

Verbindung zu Dornburg

„Wir wollten schon immer mal das Schloss von innen sehen“, sagt Besucher Dieter Hupe nach einer Führung. Der Magdeburger bereiste einige Wochen zuvor mit seiner Frau Petra St. Petersburg. Dort haben sie viel über Katharina die Große erfahren. Nun wollten sie genauer wissen, wie die Geschichte der Zarin auch mit Dornburg verbunden ist. Kurzerhand haben sie beschlossen, zum Tag des offenen Denkmals das Schloss zu besichtigen.

„Schade, dass nur das Foyer, der Gartensaal und der Treppenaufgang zum linken Flügel zu besichtigen waren“, bedauert Dieter Hupe etwas. „Aber es war eine tolle Führung, so etwas hatten wir nicht erwartet“, lobt Petra Hupe sofort. „Man darf gar keinem erzählen, dass wir seit 20 Jahren einen Bungalow in Pretzien haben und heute das erste Mal im Schloss waren“, lacht sie.

Auflagen

„Wegen Auflagen des Landesamtes für Denkmalpflege konnten wir heute leider nicht mehr Räume zeigen“, erklärt Egbert Platte, Vorsitzender der Stengel-Gesellschaft. Den Besucherzahlen hat dies keinen Abbruch getan.

Die Schlosskirche war ebenfalls für Besucher geöffnet. Ab 16 Uhr fand hier der Tag des offenen Denkmals in Dornburg mit einem Orgelkonzert von Kathedralmusiker Matthias Mück seinen würdigen Abschluss.