Leitzkau l Es war gegen 17.15 Uhr, als am Mittwoch (12. Juni 2019)  ein Knall das ganze Dorf erschütterte. Ein ohrenbetäubender Knall, der nicht zu überhören war. „Ich habe das auch gehört und gleich zu meiner Madame gesagt, dass da irgendwo der Blitz eingeschlagen ist“, sagt Feuerwehrmann Maik Richter am Donnerstagvormittag im Gespräch mit der Volksstimme. Wenig später sei dann die Alarmierung gekommen. Der Dachstuhl eines Hauses in der Karl-Marx-Straße steht in Flammen.

Zwei Feuerwehrleute werden verletzt

Die Bereitschaft der Feuerwehr in Leitzkau ist anders als in anderen Orten auch tagsüber gut. Doch sie allein reicht nicht. Insgesamt 70 Feuerwehrleute, auch aus umliegenden Ortschaften, sind im Einsatz. Ladeburg wird ebenso gerufen wie Gommern, Danigkow, Prödel, zwei Kräfte kommen auch aus Möckern. Die Feuerwehrtechnische Zentrale sorgt für den Austausch von Schläuchen und Atemschutzgeräten.

Der Kampf gegen das Feuer ist kräftezehrend. Der Dachstuhl und die obere Etage des Wohnhauses fallen den Flammen zum Opfer. Durch das Löschwasser werden die anderen Ebenen des Hauses in Mitleidenschaft gezogen, so dass es nicht mehr bewohnbar ist. Bis in die Nacht sind die Brandbekämpfer im Einsatz. Ein Feuerwehrmann muss mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden, ein weiterer erleidet einen Schwächeanfall, muss seinen Einsatz abbrechen. Er wird durch Rettungskräfte vor Ort behandelt. Gegen 22 Uhr ist der Brand im Griff.

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Am Tag danach ist die Familie Steffen immer noch schwer betroffen von den Geschehnissen der Nacht. Interviews will niemand geben, ein Hilfeaufruf über die Zeitung sei auch nicht notwendig. „Wir haben Unterstützung, wir wissen, wo wir unterkommen können“, heißt es. Nur ein Anliegen möchte eine der Geschädigten über die Zeitung weitertragen: „Vielen Dank den Feuerwehrleuten und allen anderen Helfern“. Dem Dank schloss sich Einsatzleiter Heiko Sauermilch von der Gommerner Wehr gegenüber der Volksstimme an. „Das Dach stand sehr schnell im Vollbrand und die Kameraden haben Höchstleistungen vollbracht“, sagte er. Positiv zu vermerken sei, dass die benachbarte, mit Stroh gefüllte Scheune zur einen und das Wohnhaus zur anderen Seite geschützt werden konnten.

Glutnester müssen bekämpft werden

Und der Einsatz ist rund 19 Stunden nach dem ersten Alarm immer noch nicht vorbei. Eine Löschstrecke führt von dem Hydranten vor dem Feuerwehrgerätehaus direkt zum wenige hundert Meter eintfernten Haus der Familie.„Die Dachhaut ist nach innen abgesackt, so drückt die ganze Last auf die Decke“, erklärt Leitzkaus Ortswehrleiter Sven Krause. Alles vom Dachboden muss nach draußen geräumt werden. Auch nur so können noch verbliebene Glutnester bekämpft werden. Gegen 12.30 Uhr alarmiert die Einsatzleitstelle Jerichower Land weitere Kräfte zur Karl-Marx-Straße.

„Sowas braucht kein Mensch“, sagt Maik Richter während einer kurzen Pause voller Bedauern mit Blick auf das zerstörte Dach.

All das Hab und Gut, vor allem auch die Dinge mit ideellem Wert, einfach ein Raub der Flammen. Dann geht er wieder auf das Grundstück, hilft weiter.

Aufbau werde Jahre dauern

Auch ein Nachbar, der ein paar Häuser weiter wohnt, ist betroffen von dem Geschehenen. „Da brennt so ein Haus im Grunde genommen in ein paar Minuten ab“, sagt er. Um es wieder aufzubauen, werde es Jahre dauern. Der Sachschaden wird auf 200.000 Euro beziffert. Der Gesamtschaden für die Familie lässt sich in Zahlen nicht ausdrücken.