Freunde starten Hilfsaktion

Brandopfer: Wir bleiben in Schartau

Buchstäblich abgebrannt ist am Sonntag die Familie Wilsnack in Schartau. Das Ehepaar und die siebenjährige Enkelin wollen aber so schnell wie möglich in die zurzeit unbewohnbare Doppelhaushälfte zurück. Freunde der Familie haben über die Facebook-Gruppe "Burger Ansichten" eine Hilfsaktion gestartet.

Von Steffen Reichel

Burg l Am Sonntag vor einer Woche sitzen die Wilsnacks mit Besuch im Garten. Der Kaffee ist gerade eingeschenkt, der Kuchen sieht verlockend aus. Die Idylle hat ein jähes Ende, als die siebenjährige Mia, die bei ihren Großeltern lebt, aufgeregt berichtet: "Oma, es qualmt im Haus". Die Erwachsenen rennen los, sehen, dass die Wohnung bereits in Flammen steht, rufen die Feuerwehr und unternehmen den Versuch, mit einem Gartenschlauch zu löschen. Minuten später sind die Rettungskräfte vor Ort ...

Wie konnte das passieren?, fragten sich die Wilsnacks, nachdem die Kameraden ihre Aufgabe erledigt hatten. Schnell wurde klar: Auslöser des Feuers war ein Fernseher. Vermutlich ein Kurzschluss im Gerät setzte zuerst den Apparat, dann die Gardinen und danach Couch, Teppich usw. in Brand.

Das Feuer hatte sich vom Wohnzimmer in die Küche und ins Esszimmer ausgebreitet, so dass die gesamte untere Etage der Doppelhaushälfte betroffen ist. Aber auch das Dachgeschoss mit den Schlafzimmern ist unbewohnbar geworden: durch das Löschwasser.

So übernachten Marlies Wilsnack und Enkelin Mia jetzt bei einer der drei Töchter in Burg, während Manfred Wilsnack in einem Wohnwagen auf dem Grundstück schläft, Wache hält und auf den Gutachter wartet, der bestätigen soll, dass die Standfestigkeit des Hauses durch den Brand nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gleich anschließend will Manfred Wilsnack in Absprache mit dem Hauseigentümer den "Wiederaufbau" starten. Das bedeutet: Die Haushälfte muss völlig neu ausgebaut werden: Fenster, Leitungen, Innenputz, Fußböden ... Jede Menge Arbeit also.

Für den handwerklich begabten Manfred Wilsnack eine Herausforderung, der er sich mit Hilfe von Bekannten stellen will. "Wir wollen doch hier in Schartau bleiben, hier haben wir unsere Tiere, den Garten und die herrliche Ruhe", sind sich die Wilsnacks einig. Doch Arbeitskraft allein reicht dafür nicht: Material wird gebraucht und später eine neue Wohnungseinrichtung.

Eine Versicherung hatten die Wilsnacks bisher keine, das Geld dafür war bei den Hartz-IV-Empfängern einfach nicht vorhanden. "Also muss der Familie anders geholfen werden", sagen Anja Sterzik und Gudrun Krüger, die auf der Facebook-Seite "Burger Ansichten" eine Hilfsaktion für die Brandopfer ins Leben gerufen haben.

"Im Moment geht es vor allem um einen zweiten Wohnwagen, damit die Familie zusammen auf dem Grundstück leben kann, solange, bis die Haushälfte wieder beziehbar ist", sagt Gudrun Krüger, die Manfred Wilsnack durch seine Mitarbeit beim Nabu in Blumenthal kennt und schätzt. Auch werde ein Container für die Entsorgung gebraucht. "Später dann wird es um Baumaterial und Einrichtungsgegenstände gehen", ergänzt Anja Sterzik.

Wer der Familie Wilsnack helfen will, kann über die Facebook-Gruppe "Burger Ansichten" Kontakt aufnehmen oder bei Gudrun Krüger unter der Telefonnummer 0173/6388824 anrufen.