Burg/Genthin (pa) l Der Landkreis ist alarmiert: Gleich in zwei größeren Gruppen haben sich Menschen gegenseitig mit dem Coronavirus angesteckt. Den ersten Ausbruch – davon spricht man, wenn mehr als zwei Personen infiziert wurden – gab es an der Hochschule Friedensau. Dort hatten sich auf einer Busreise nach Göttingen Studenten angesteckt. Am Freitagabend lag die Zahl der dort positiv getesteten bei neun. Der zweite Ausbruch wurde nach einem Klassentreffen registriert. Vizelandrat Thomas Barz bestätigte am Freitagabend einen entsprechenden Hinweis, den die Volksstimme bekommen hatte. 14 Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands hatten laut Barz an dem Treffen teilgenommen – darunter ein Teilnehmer, der bereits an Corona erkrankt war. Noch gibt es keine Erkenntnisse, ob die Infektion vorher bekannt war. Bisher steht fest, dass sich vier Menschen mit Sars-CoV2 infiziert haben. Allerdings liegen noch nicht alle Test-Ergebnisse vor.

Gesundheitsamt wird aufgestockt

Der Landkreis arbeite mit Hochdruck an der Kontaktverfolgung, so Barz. Aus dem Grund werde am Montag die Bundeswehr bei der Ermittlung von Personen, die betroffen sein könnten, helfen. Zusätzlich werde das Gesundheitsamt personell massiv aufgestockt. Die zuständigen Gesundheitsämter an den Heimatorten der Teilnehmer des Klassentreffens seien alle informiert.

Vizelandrat in Sorge

„Die Situation bereitet mir Sorge. Jetzt sehen wir, wie schnell man in dieser Pandemie von Null auf Hundert ist“, sagte Barz am Freitagabend. „Wir müssen jetzt sehr schnell sein bei der Kontaktverfolgung.“

Am Freitagmorgen noch hatte das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt für den Landkreis noch einen Anstieg von sieben neuen Corona-Fällen mitgeteilt.

Bislang müssen in Sachsen-Anhalt (Stand 16. Oktober, 10.29 Uhr) 14 im Krankenhaus behandelt werden. Derzeit sind elf Intensiv- und Beatmungsbetten mit an Covid-19 erkrankten Personen belegt. Sechs dieser Personen werden beatmet.