Friedensau l Es sei erklärte Absicht der Hochschulleitung, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchtesten zu lassen, sagte gestern auf Volksstimme-Nachfrage die Hochschulsprecherin Andrea Cramer. Um eine Weiterverbreitung des Virus zu vermeiden, seien auch Schulkinder, die Mitarbeiterinnen und Kinder der kommunalen Kita und die Friedensauer, die außerhalb arbeiten, zu einem freiwilligen Test eingeladen. „Wir haben die Eltern der Kinder aus Friedensau ermutigt, die Test­ergebnisse abzuwarten, bevor sie ihre Kinder wieder in die Schulen und Kitas schicken“, so Hochschulsprecherin Andrea Cramer. Bisher werde das Testangebot sehr gut angenommen. Am Montagvormittag gab es im Ort eine zweite Covid-Testmöglichkeit.

Die Teststrategie sei mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Jerichower Land abgestimmt und solle dazu beizutragen, „eine relative Sicherheit für jene Menschen zu schaffen, die etwa zum Schulbesuch oder zur Arbeit müssen und sich Sorgen machen, das Virus ungewollt zu verbreiten“, so Andrea Cramer weiter.

Erste Testergebnisse wurden für den gestrigen Montag­nachmittag erwartet. Bereits am Freitag waren Mitarbeiter, die an der Versorgung in Friedensau beteiligt sind – Küche, Kanzlei, Betriebstechnik – getestet worden.

Bürgermeister stellt Kontakt zu Firma her

Das jüngste Testangebot in Friedensau wurde möglich, nachdem der Bürgermeister der Stadt Möckern, Frank von Holly, den Kontakt zur Firma Wiesenhof hergestellt hatte, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule: „Wiesenhof hat im Rahmen der betrieblichen Gesund­heitsfürsorge Testkapazitäten aufgebaut, die jetzt auch Friedensauer Einwohnern und damit den umliegenden Orten und dem Landkreis zugute kommen. Wir sind sehr dankbar für die Bereit­schaft, schnell und unbürokratisch zu handeln, um die Pandemie einzugrenzen“, so Andrea Cramer.

Nach einer mehrtägigen Studienfahrt waren mehrere Studierende positiv auf Covid-19-Test getestet worden. Sie gehörten zu einer Gruppe von 30 internationalen Studierenden, die vom 5. Oktober an für fünf Tage zu Studienzwecken in Göttingen waren (Volksstimme berichtete). Weiterhin befinden sich die positiv getesteten Studierenden und deren Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.

Deren Versorgung wird im Auftrag der Hochschule organisiert. Die Versorgung organisiert Szilvia Szabó, THF-Abteilungsleiterin Marketing, und eine der Gemeindediakone. Mehrere Studenten und Mitarbeiter beteiligen sich an der Versorgung, wechseln sich dabei ab.

Von Besuchen in Friedensau wird derzeit abgeraten. Vorsorglich sind auch Besuche im Friedensauer Seniorenheim nicht mehr zugelassen. „Wir hoffen, mit der Testung schnellstmöglich eine sichere Datengrundlage zu schaffen, die es ermöglicht, dass die Bewohner des Seniorenheims wieder besucht werden können“, so die Hochschulsprecherin.

Möckerns Kita-Kinder werden heute getestet

Auch in der Kindertagesstätte „Birkenhain“ in Möckern hatte es zuletzt Corona-Fälle gegeben. Daraufhin waren zwei Gruppen im Kitabereich geschlossen worden. Die betroffenen 24 Kinder und auch die sechs Erzieher sind zu Hause. Auch die älteren Geschwisterkinder im Kindergartenbereich dürfen derzeit die Einrichtung nicht besuchen.

Am heutigen Dienstag sollen sie auf das Covid-19-Virus getestet werden. Mit den Ergebnissen werde am Mittwoch gerechnet, sagte gestern Kita-Leiterin Birgit Arndt. Danach werde sich zeigen, wie in der Betreuungseinrichtung weiter verfahren werden kann.

Aktuell läuft der Betrieb in der Einrichtung weiter. Es gelten noch strengere Maßnahmen als zuvor. Um weiteren Infektionen entgegenzuwirken, dürfen Eltern die Einrichtung nicht mehr betreten. Die Kinder werden am Eingang von den Erzieherinnen entgegengenommen. „Eltern werden gebeten, im Bereich des Zuganges (Gehweg und Spielpatz) zur Einrichtung entsprechenden Abstand zu halten und die Hinweise der Mitarbeiter der Einrichtung und der Stadtverwaltung zu beachten“, heißt es in einer veröffentlichten Mitteilung der Stadtverwaltung Möckern.

Überwiegend würden die Eltern mit viel Verständnis auf die zusätzlichen Maßnahmen reagieren, so Kita-Leiterin Birgit Arndt am Montagnachmittag. Allerdings habe es für die kommenden Tage zahlreiche Abmeldungen gegeben. „Viele Eltern versuchen vorsichtshalber, ihre Kinder zu Hause zu behalten.“

Dadurch stehen für die Betreuung der aktuell rund 75 anwesenden Kinder mehr Räumlichkeiten zur Verfügung, was etwa beim Lüften vorteilhaft ist. Wie schon seit Beginn der Pandemie gilt in den Kindertagesstätten keine Maskenpflicht.