Loburg l "Kesselflicker auf Zeit“ titelte die Volksstimme im April 2016, als mithilfe der Beschäftigungsmaßnahme „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ des Jobcenters im Loburger Lokschuppen die alte Dampflok wieder aufgebaut werden sollte. Die alte Dame wartet immer noch auf ihren Anschluss. Die Dampflokomotive 24 083 – Baujahr 1938 – steht dort, wo sie schon vor drei Jahren stand. Und doch hat sich Einiges getan sagt Paul Palmer, Experte beim Verein Dampfzugbetriebsgemeinschaft: „Die Kesselschweißarbeiten sind erledigt. Der Kessel ist entrohrt. Nun können wieder Rohre rein.“ Über hundert solcher Hohlstangen müssen wieder eingebaut werden.

Kessel war Hauptproblem

Der Kessel war das Hauptproblem, so die Loburger Bahnfreunde. „Das Fahrwerk war soweit in Ordnung. Der Tender ist optisch okay, muss aber eventuell in einer Fachwerkstatt erneuert werden“, so Palmer weiter. Über die Arbeit der Helfer, die bei der dreijährigen Maßnahme dabei waren, sagt er: „Das waren vorbereitende Arbeiten. Da waren sehr gute und engagierte Leute dabei.“

Im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ erhielt der Loburger Verein über das Jobcenter Jerichower Land seit Ende 2015 Bundesmittel für die Schaffung von vier Arbeitsplätzen.

Engagierte Leute fehlen

Engagierte Leute vor Ort sind es, die der Loburger Arbeitsgruppe fehlen. Der 1992 gegründete Verein zählt in Loburg zehn Mitglieder, sechs davon sind aktiv. Dazu kommen Nicht-Vereinsmitglieder, die bei den Sonderfahrten des Traditionszuges mitmachen. „Ich verstehe gar nicht, wie man sich für so etwas nicht begeistern kann“, sagt Paul Palmer, der solche Lokomotiven schon in seinem Berufsleben gefahren ist.

Die Dampflok steht seit 2005 auf Loburger Gleisen, ist nach Aussage vom Vereinsvorsitzenden Kurt T. Meyer sogar auf dem Gleis nach Loburg gekommen: „Das ist eine Tip-topp-Lok, die dann aber zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. Wir wollen gerne alles wieder machen. Aber das dauert und kostet Geld.“

Viel zu erledigen

In einem Gutachten steht unter der Auflistung aller zu erledigenden Aufgaben an dem Oldtimer die Summe 383.000 Euro. Manches ist schon erledigt. Wahrscheinlich ginge es auch für weniger Geld. Aber dann müssen noch mehr engagierte Leute ran. Sorgen um engagierte Lokführer macht sich Meyer dagegen nicht. Da gäbe es genug Leute, die für solch eine Ausfahrt aus den alten Bundesländern nach Loburg fahren. Die Dampfzugbetriebsgemeinschaft sei ein richtiges Bahnunternehmen, erinnert Kurt T. Meyer. Einnahmen erwirtschaftet man etwa mit der Vermietung von Lokomotiven.

Dampfzugbetriebsgemeinschaft, Arbeitskreis Loburg, Chausseestraße 4a, Loburg. Telefon 039245/20 42.