Möckern l Wenn die Mitglieder Freiwilligen Feuerwehren beim Eintreffen am Einsatzort feststellen, dass es gar nicht gebrannt hat, sondern „nur“ ein Fehlalarm war, dann sind die Kameraden zwar umsonst ausgerückt, umsonst war der Einsatz deswegen aber keinesfalls.

Im Gegenteil: in solchen Fällen stellt die Stadt Möckern als Träger der Freiwilligen Feuerwehren den Verursachern einen Gebührenbescheid aus. Im Jahr 2017 wurden bislang 25 Einsätze bearbeitet. Weitere 20 Einsätze, zum Teil aus dem Vorjahr, werden noch in der Verwaltung bearbeitet und könnten weitere 13.160 Euro Einnahmen bedeuten.

Etwa 550 Euro pro Einsatz

Bei den bereits kassenwirksam gewordenen 25 Einsätzen ging es in einem Fall um Technische Hilfeleistung, in allen anderen um Fehlalarme der Brandmeldeanlagen ansässiger Firmen.

Die Kosten, die einem Unternehmen in diesem Fall in Rechnung gestellt werden, unterscheiden sich nach der jeweiligen Alarmierungsstufe, erklärt Stadtbürgermeister Frank von Holly. So gibt es Fehlalarme, die erst beim Eintreffen der Wehr am Einsatzort abgebrochen werden, bei anderen kommt der Abbruch schon während der Anfahrt. Wieder andere Alarme werden bereits in der Wache der Wehr abgebrochen.

„In Rechnung stellen wir die notwendigen Mittel zur Brandbekämpfung, maximal aber die, die auch wirklich ausrücken.“ Meistens seien es etwa 500 bis 600 Euro, die pro Einsatz in Rechnung gestellt werden, umreißt der Stadtchef. Die genauen Kosten für die einzelnen Einsatzmittel und -kräfte sind in der Feuerwehrgebührensatzung festgelegt, die in der Verwaltung und auch auf der Internetseite der Stadtverwaltung einsehbar ist.

Stadthalle

In Rechnung gestellt werden nur Einsätze, die unnötigerweise oder durch das Verschulden Dritter entstehen. Bei echten Einsätzen wäre der Einsatz der Feuerwehren auch für die Unternehmen kostenfrei.

Bei dem jüngsten Einsatz am frühen Sonntagabend kann sich die Stadt Möckern selber eine Rechnung schreiben. Da ging nämlich die Brandmeldeanlage in der Stadthalle. Kleiner Trost für die Kameraden: der Einsatzweg war so kurz, dass alle Technik im Depot bleiben konnte. Das Gerätehaus liegt im Lochower Weg gleich neben der Stadthalle.