Burg l Der Platz des Friedens vor der Burger Stadthalle macht seinem Namen keine Ehre. Ruhe oder gar Frieden herrscht an den Wochenenden immer weniger. Die Fläche inmitten der Bauten aus den 70er Jahren ist kein Aushängeschild für die Stadthalle als Kulturstätte. „Hier geht es immer häufiger richtig zur Sache“, sagt ein älterer Anwohner, der seinen Namen nicht nennen wollte. „Sonst bin ich irgendwann selber dran. Und ich will halbwegs meine Ruhe haben.“

Gründe noch unklar

Die hatte er am Freitagabend jedenfalls nicht. Es war gegen 21.50 Uhr, als laute Stimmen über den Platz hallten. Eine Gruppe von etwa 30 Personen tummelte sich auf dem Platz des Friedens. Weitere Personen kamen hinzu. Dann brach ein Streit aus. „Beteiligt waren Deutsche und auch ausländische Bürger, teilweise Syrer“, konkretisierte Polizeisprecher Falko Grabowski auf Nachfrage. Zwischen diesen ging es dann hart zur Sache, so der Polizeisprecher weiter. Die Gründe seien noch unklar.

Die Polizei stellte die Personalien fest und nahm mehrere Strafanzeigen auf. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, „um den genauen Tathergang festzustellen“. Bei der Keilerei sei es zu keinen schweren Verletzungen gekommen, stellte der Polizeisprecher klar.

Stadthallen-Pächterin Janin Niele beklagte erst kürzlich gegenüber der Volksstimme, dass es vor allem an Wochenenden immer wieder Randale auf dem Vorplatz gebe. „Er ist ein sozialer Brennpunkt geworden. Die Leute betrinken sich regelmäßig. Dann wird es auch mal rabiat“, erklärt sie.

Anwohner bemerken verstärkt Randale

Die Stadtverwaltung selbst könne zu dieser Zeit am Abend wenig ausrichten, sagt Fachbereichsleiter Jens Vogler. Die Ermittler des Ordnungsamtes seien in der Regel noch bis Sonnabendvormittag unterwegs. Mehr sei personell nicht machbar. „Solche Konflikte müsste ohnehin die Polizei lösen“, sagt Vogler. Das könne er auch den Mitarbeiterinnen im städtischen Amt nicht zumuten. Allerdings sei das Problem erkannt. „Das Polizeirevier ist gleich um die Ecke. Wir werden mit der neuen Leiterin beim Antrittsbesuch den Platz des Friedens auf jeden Fall thematisieren“, kündigt Vogler an. Mitunter würden schon vermehrt Kontrollen genügen.

Das wünschen sich auch Anwohner. Den Müll, der am Montagvormittag noch immer auf dem Platz herumlag, müssen Mitarbeiter des Bauhofes einsammeln. Einer von ihnen ist Jürgen Renz. „Es ist unmöglich, dass die Leute ihren Dreck herumliegen lassen, zumal das jedes Wochenende der Fall ist“, sagt er. „So schlimm wie dieses Mal war es aber noch nie.“ Bis zu einer Stunde kann es dauern, solch ein Chaos zu beseitigen. Glasscherben von zerbrochenen Bierflaschen, Müll und sogar alte Autoteile lagen herum. Renz vermutet Jugendliche, die „Remmi Demmi“ machen.

Damit nicht genug: Einen Tag später, am Sonntagabend, folgte in Burg die nächste Schlägerei. Im Bereich eines NP-Marktes in der Grabower Landstraße gerieten Deutsche und Migranten aneinander. Blieb es anfangs noch bei verbalen Attacken gegen ausländische Jugendliche, flogen wenig später sogar Flaschen. „Im Weiteren wurde ein Migrant noch gestoßen und mit herabwürdigenden Worten bedacht“, so Polizeisprecher Grabowski. Eine Person erlitt eine Kopfverletzung und wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.