Burg l Auch nach der Landesgartenschau (Laga) will die Stadt die Investitionen fortsetzen. Diesen Vorsatz spiegelt der Haushalt für 2019 wider, den der Stadtrat mit großer Mehrheit am Donnerstagabend beschlossen hat. Dass andererseits im Ergebnisplan ein Fehlbetrag von rund 5,3 Millionen Euro zu Buche steht, ist laut Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) „eine Momentaufnahme“ und der Tatsache geschuldet, dass die Stadt bei der Kreisumlage und dem Tarifabschluss im öffentlichen Dienst tiefer in die Tasche greifen muss sowie erhöhte Abschreibungen zu verzeichnen hat. Ab 2022 sind dann aber wieder Überschüsse im Etat eingeplant.

Nicht nachlassen

Zugleich, so Rehbaum bei den Beratungen zum Haushalt, ist der Blick auf die Zukunft und darauf gerichtet, mit den Investitionen nicht nachzulassen. „Wir wollen die Stadt Stück für Stück lebenswerter machen.“ Die Investitionsliste ist jedenfalls voll und ganz darauf ausgerichtet, aber gleichzeitig auch abhängig von Fördermittelbescheiden, so Stadt-Kämmerer Ringo Schieck. Nachfolgend stellen wir ganz besonders wichtige Investitionen vor.

Größter Brocken

Der größte Brocken bei den Investitionen, den die Stadt stemmen will, ist die Sanierung der in den 70er Jahren erbauten Schwimmhalle. Dafür hatte die Stadt bereits einen Nachtragshaushalt für 2018 erstellt. In diesen Tagen werden die Fördermittelanträge fertiggestellt. Mehr als 8 Millionen Euro kostet der Komplettumbau. Die Stadt erhofft sich Zuschüsse über die Sportstätten- und Städtebauförderung, der Eigenanteil wird auf mindestens 3,5 Millionen Euro beziffert. Stadt und Planer gehen von einem Baubeginn möglicherweise im Februar 2020 aus, Bauende wäre Juni 2021. Dann soll ein Probebetrieb folgen. Für 2019 sind im Haushalt 877.000 Euro eingeplant.

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Aufwertung

Mit der Sanierung der ehemaligen Clara-Schwab-Schule zur neuen evangelischen Grundschule zwischen Jacobistraße und Schartauer Straße soll die Innenstadt nachhaltig aufgewertet werden. Die Stadt beteiligt sich unter anderem mit dem Turnhallenbau, wovon auch Vereine profitieren können. Diese Art der Kooperation bezeichnet der Träger der Schule, die evangelische Schulstiftung Sachsen-Anhalt, als „bislang einmalig“. Die Stadt ist mit insgesamt 3 Millionen beteiligt, für 2019 sind 340.000 Euro eingeplant.

Grundhafter Ausbau

Eine der ältesten und schlechtesten Straßen der Kreisstadt, die Oberstraße, soll jetzt grundhaft ausgebaut werden. Der Bauausschuss hat das Projekt bestätigt. Das Vorhaben erstreckt sich bis 2021 und schließt die Klosterstraße mit ein. Die Gesamt-Investitionssumme beläuft sich auf rund 2,9 Millionen Euro. Im kommenden Jahr sind es 1,2 Millionen Euro.

Millionensummen

Hunderte Lkw durchqueren Tag für Tag die breite Lindenallee im Industrie- und Gewerbepark (IGP) in Burg, die quasi als Hauptstraße fungiert. Prüfungen haben ergeben, dass ein grundhafter Ausbau notwendig ist, was rund zwei Millionen Euro verschlingen wird. Für 2019 sind es ungefähr eine Million Euro.

Mit Pfützen übersät

Bereits seit Jahren beklagen Anwohner in Niegripp den Zustand der 350 Meter langen Feldstraße – ein bei Regenwetter mit Pfützen übersäter Abschnitt. Eine Entwässerung ist nicht vorhanden. Auch in Zusammenhang mit der Ausweisung weiterer Wohngebiete in der Elbgemeinde ist eine Erneuerung des Abschnittes wichtig. 840.000 Euro kostet das Gesamtvorhaben, 2019 sind 80.000 Euro eingestellt.

Über eine Schulinfrastruktur-Richtlinie soll der Hort der Pestalozzi-Grundschule durch einen Erweiterungsbau vergrößert werden. Etwa 613.000 Euro sind dafür insgesamt eingeplant, im nächsten Jahr 200.000 Euro.

Massive Schäden

Auch die Trauerhalle Reesen ist alles andere als zeitgemäß. Durch Feuchtigkeit gibt es seit Jahren massive Schäden am Mauerwerk, auch zahlreiche Risse. Darüber hinaus ist die Barrierefreiheit nicht gegeben. Die Planer haben deshalb einen Neubau vorgeschlagen und auf 180.000 Euro beziffert. Im kommenden Jahr sind dafür 166.000 Euro vorgesehen.

Das Brückenbauwerk bei Gütter ist in die Jahre gekommen und weist gravierende Schäden auf – sowohl im Stahlüberbau als auch in den Betonunterbauten. Laut Einschätzung von Brückenbauexperten ist eine Sperrung über kurz oder lang nicht auszuschließen, weshalb eine Erneuerung unausweichlich wird. 150.000 Euro sind dafür notwendig.

Sanierung

Wurde das Wohngebiet Burg-Süd noch vor zehn Jahren nahezu abgeschrieben, soll es heute wieder deutlich aufgewertet werden. Nicht nur mit dem Bau einer neuen Kindertagesstätte durch das DRK, sondern durch moderne Wohnmöglichkeiten. Wohnungsbaugesellschaft und Wohnungsbaugenossenschaft haben nach dem Abriss auch kräftig in den Bestand investiert, die Stadt ihrerseits hat erst vor Kurzem eine Fläche erworben, die möglicherweise bebaut werden kann, so Bürgermeister Rehbaum. Auch deshalb sollen Sporthalle und Schulen auf Vordermann gebracht werden. 2,6 Millionen Euro sollen bis 2022 für eine Sanierung der Halle in Süd ausgegeben werden, 2019 sind es erst einmal 50.000 Euro, dann allerdings deutlich mehr.

Kindgerecht

Über Förderprogramme Stark 3 und Stark 5 werden die beiden größten Kindereinrichtungen von Burg, „Käte Duncker“ und „Regenbogen“ bereits grundhaft, energetisch und kindgerecht saniert, wofür mehrere Millionen Euro zur Verfügung stehen. Für die Kita „Regenbogen“ sollen im Jahr 2019 insgesamt 236.000 Euro und „Duncker“ 356.000 Euro (Stark 5) zur Verfügung gestellt werden. Über Stark 5-Mittel sind auch weitere Arbeiten an der Kita „Seepferdchen“ in Parchau vorgesehen.

Auch die Kita „Kinderparadies“ in der Burger Siedlung soll bautechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Dafür dient das Förderprogramm Stark 3. Die Gesamtsumme beträgt 1,2 Millionen Euro, wovon für 2019 erst einmal 40 Euro eingesetzt werden.

Einzelprojekte

Darüber hinaus soll auch in zahlreiche kleinere Einzelprojekte in fast allen kommunalen Bereichen investiert werden. Voraussetzung bleibt allerdings die Genehmigung des Haushaltes durch die Kommunalaufsicht des Landkreises. Die Behörde hat dafür vier Wochen Zeit.