Burg l Die Zahl ist mehr als eine nüchterne Darstellung mit drei Ziffern: Laut einer Untersuchung des Sachgebietes Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung bekommen etwa 350 Unternehmen in Burg und Ortschaften die Covid-19-Eindämmungsverordnung unmittelbar zu spüren. Ob Gastronom, Inhaber eines Mode- oder Geschenkeartikelgeschäftes, Friseur, Betreiber einer Bildungseinrichtung, eines Fitnessstudios oder Campingplatzes – viele dieser Firmen sind dem Einzelhandel und auch kundennahen Gewerbebetrieben zuzuordnen. Mit anderen Worten: Rund 30 Prozent der in Burg angemeldeten Gewerbebetriebe mussten ihre Türen schließen. „Die konkreten Folgen sind noch nicht absehbar und sehr individuell“, sagt die Leiterin der Wirtschaftsförderung Andrea Gottschalk, die mit vielen Betroffenen in Kontakt steht. Neben finanziellen Hilfsangeboten von Bund und Land komme es jetzt darauf an, diesen lokalen Firmen wieder eine Perspektive in ihrer Heimat zu eröffnen. Dafür biete sich die Kampagne iloveBurg, die die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Burg bereits vor Monaten ins Leben gerufen hatte und vom Geschäftsstraßenmanagement (GSM) unterstützt wird, förmlich an. Denn sie soll die Verbundenheit der Einwohner zur Stadt zeigen.

Virtueller Einkaufsführer

Auf der Plattform iloveburg.stadtburg.info können sich örtliche Händler und Dienstleister ihren Kunden kostenfrei präsentieren. „Diese Plattform ist als Hilfestellung und Orientierung gedacht und soll einen komplexen Überblick über Dienstleistungen, Öffnungen, Lieferservice und auch Gutscheinkauf verschaffen“, sagt Gottschalk. Auch deshalb, weil die eine oder andere Firma ihr Online-Angebot mittlerweile ausgebaut hat. „Der virtuelle Einkaufsführer soll als eine Art Übersicht verstanden werden, was unter den aktuellen Umständen in Burg erworben werden kann, und auch dazu anregen, die Möglichkeiten hier vor Ort zu nutzen.“ Da die Plattform noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe, können sich die Firmen gezielt über ein spezielles Kontaktformular an die Stadt wenden.

Gegenseitige Unterstützung

Auch Bärbel Michael, Geschäftsführerin der Wobau, weiß um die Sorgen vieler Unternehmen. Sie ist überzeugt davon, dass der Alltag derzeit und nach der Corona-Krise in Schwung kommt, „wenn ein enges Miteinander zwischen den lokalen Firmen und Einwohnern existiert.“ Die Internet-Plattform biete dafür eine echte Chance. „Sie darf aber nicht zu einer Einbahnstraße werden und funktioniert nur, wenn sich Kunden wie Firmen gleichermaßen damit identifizieren und diese rege nutzen“, sagt Michael. „Wir müssen in dieser Zeit alle an einem Strang ziehen.“