Möckern l Als der IT-Unternehmer André Menke sich entschied, seine neuen Büroräume in dem denkmalgeschützten, ehemaligen Bahnhof von Möckern zu beziehen, übernahm er auch den großen Raum, der einst als Gepäck- und Fahrradschuppen diente. Diesen Raum stellt Menke seitdem immer wieder auch für Ausstellungen zur Verfügung. Neben Exponaten zu über 100 Jahren Eisenbahngeschichte – präsentiert im vergangenen Jahr vom Ex-Bahner Ernst Theuerkauf – konnten die Besucher hier bereits 2017 Bilder von Raimund Bage bewundern.

Reisen als Inspirationsquelle

Nun also Karikaturen von Olaf Plätschke. Der 55-jährige Magdeburger beruft sich auf eine „fast typische DDR-Biografie“. Diese beinhaltet unter Anderem eine Lehre als Schriften- und Grafikmaler sowie die Mitarbeit in der Werbeabteilung eines Maschinenbauunternehmens. Olaf Plätschke ist seit 1990 selbstständig. Er war 13 Jahre Inhaber einer PR-Agentur und produzierte Dokumentar- und Werbefilme für Wirtschaft und Politik. Das Marketing auf dem Immobiliensektor ist seit 2003 seine „Leidenschaft“. Die Liebe zur Zeichnung entdeckte der damals Siebenjährige ausgerechnet bei der älteren Dame, bei der er Klavierstunden nehmen sollte. Sie brachte ihm dann aber das Zeichnen bei.

Eine Leidenschaft des erwachsenen Plätschke ist das Reisen. Die Beobachtungen seiner Reisen spiegeln sich in den Zeichnungen. „Ich bin ein Beobachter“, nennt Olaf Plätschke eine seiner Inspirationsquellen: „Man trifft auf Reisen die Loriots dieser Welt“. Und unterwegs ist der Magdeburger gerne, etwa auf Kreuzfahrten. In den Grafiken erlebt der Betrachter daher nicht selten Geschichten über über Bord gegangene Kreuzfahrtpassagiere. „Ist ja sowieso grade in“, sagt der Künstler.

Bilder

Einen Schwerpunkt legt Plätschke bei seinen Karikaturen auf den Schwarzen Humor. Doch der Magdeburger kennt seine Grenzen. Wenngleich er schon mal in seinen Werken gegen die christliche Kirche feuert, tritt er nicht in die Fußstapfen des französischen Satire-Magazins Charlie Hebdo, welches ziemlich genau vor vier Jahren Opfer eines Anschlages geworden ist, nachdem das Magazin islamkritische Karikaturen veröffentlicht hatte. „Ich habe bisher noch keine Morddrohungen erhalten und das soll auch so bleiben“, sagt Plätschke. Er glaubt: „Ein Karikaturist sollte Stellung beziehen. Man muss zu seinen Werten stehen, auch öffentlich.“

Leben von der Kunst

Leben, so sagt Plätschke, könne man von den Karikaturen nicht, „wenn man nicht im Olymp sitzt und regelmäßig von Magazinen wie Stern oder Eulenspiegel gebucht wird“.

Einnahmen erzielt der Magdeburger durch Auftragsarbeiten für Glückwunschkarten, personifizierte Unikate oder Firmenmagazine.

Kolorierte Zeichnungen

Seine Zeichnungen fertigt Olaf Plätschke im Stile von kolorierten Federzeichnungen. Dabei kommen neben Fotoretuschierfarben auch feinste Fasermalstifte zum Einsatz.

Zur Vernissage bitten Gastgeber André Menke und Olaf Plätschke am Donnerstag, 17. Januar, um 17.30 Uhr im Bahnhof Möckern. Der Eintritt ist frei. Bei der Vernissage will der Künstler auch einen Einblick in die Geschichte der Karikatur geben.

Die Ausstellung ist bis zum 31. März zu besichtigen. Bei Interesse wird eine telefonische Voranmeldung erbeten unter der Nummer 039221/656 880.