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Kommunalwahl 9. Juni Leitzkaus Ortsbürgermeister zieht sich aus dem Amt zurück

Leitzkaus Ortsbürgermeister Peter Randel zieht sich zur Wahl am 9. Juni von seinen Posten und als Ortschaftsratsmitglied zurück. 14 Jahre war er dann im Amt.

Von Thomas Schäfer 04.04.2024, 08:00
Peter Randel wird nicht wieder als Ortsbürgermeister kandidieren.
Peter Randel wird nicht wieder als Ortsbürgermeister kandidieren. Foto: Schäfer

Leitzkau. - „Ja, auch das Alter ist ein Grund, dass ich aufhöre. Ich bin jetzt 76. Eigentlich hatte ich sogar schon vor der letzten Wahl gesagt: Mensch, es müssten mal Jüngere ran“, sagt Peter Randel. Aber es habe sich nicht ergeben. So habe er es noch einmal gemacht, aber mit der Vorgabe, dass danach Schluss sei.

Peter Randel ist seit 14 Jahren Ortsbürgermeister von Leitzkau. Jetzt macht er tatsächlich Schluss. Er wird zur Wahl am 9. Juni nicht wieder für den Posten des Ortsbürgermeisters antreten.

„Ortsbürgermeister von Leitzkau bin ich seit dem 1. Dezember 2010. Im Vorfeld gab es zwei Kandidaten, aber als es dann ,akut’ wurde, stand ich noch als einziger zur Wahl“, sagt Peter Randel und lächelt vielsagend.

Angetreten, um anzupacken

Da er schon zuvor im Ortschaftsrat mitgewirkt hatte, wusste Peter Randel, was in etwa auf ihn zukommen würde. Aber: „Ich hatte gewisse andere Vorstellungen von der Arbeit des Ortschaftsrates und auch als Bürgermeister. Ich bin damals mit dem Ansatz angetreten, in Leitzkau einige Dinge anders anzugehen und die schleichende Entsolidarisierung zu verlangsamen – dass nicht jeder für sich allein herumpuzzelt, sondern dass die Dinge gemeinsam angepackt werden“, so Peter Randel.

An die Arbeit als Ortsbürgermeister und das Umsetzen von Projekten, Anfragen oder Ideen ist er relativ unbedarft herangegangen, berichtet er weiter. „Ich kann mich noch ganz genau an meinen aller ersten Besucher bei der Bürgermeistersprechstunde erinnern. Es war der Schriftsteller Erich-Günther Sasse. Ein recht introvertierter Mensch, der seine letzten Jahre in Leitzkau gelebt hat. Jedenfalls ging es darum, dass er vorschlug, einen Wassergraben wieder gängig zu machen. Damit hatte ich meine erste Aufgabe“, erinnert sich Peter Randel.

Peter Randel fragte im Bauhof Gommern nach. „Das werde schwierig, hieß es damals“, berichtet Randel. „,Lass es lieber sein, da holst du dir nur Zoff und Ärger rein’, sagte man mir. Da hab ich gesagt: Na, das wollen wir doch mal sehen“, sagt Randel und lacht. Die Auskunft, die er damals bekam, war, dass allein die Planung dafür 45.000 Euro kosten würde.

Jedes Jahr ein Projekt

„Da habe ich gesagt: Dann machen wir es alleine. Ich habe alle Anlieger des Grabens zusammengeholt. Alle waren sich einig, dass wenn die Kosten nicht ins Unermessliche steigen, helfen sie mit. Dann haben wir es gemeinsam mit Anliegern und Bürgern durchgezogen. Von den zwölf Anliegern haben wir jeweils 100 Euro für Sprit und so weiter eingesammelt. Von den 1.200 Euro haben wir schlussendlich noch für 200 Euro Grillgut gekauft und konnten uns nach Ende der Arbeit anständig stärken“, berichtet Peter Randel.

Genau das ist sein Credo – nicht lange reden, sondern machen – alle gemeinsam. „Ja, Verwaltung und Bürokratie müssen oftmals sein. Ich bin aber jemand, der lieber kurzfristig anpackt. Oft können dadurch Dinge erledigt werden, die anderweitig vermutlich niemals umgesetzt werden würden“, so Randel. „Nicht mit dem Kopf durch die Wand, aber schon bestimmt.“

Ein jedes Jahr in seiner Amtszeit als Bürgermeister hat er versucht, gemeinsam mit dem Ortschaftsrat und Bürgern ein größeres Projekt in Leitzkau umzusetzen. „Da fallen mir beispielsweise der alte Kampfrichterturm am Tiergarten ein, den wir abgerissen haben, ebenso die alte Kegelhalle, Baumpflanzungen und andere Dinge, die wir gemeinsam gestemmt haben“, blickt Peter Randel zurück. „Man kann einiges bewegen, wenn man viele mit ins Boot holt.“

Randel hat auch polarisiert

Die Umsetzung eines Herzensprojektes hat allerdings in seiner Zeit als Leitzkaus Bürgermeister nicht geklappt. „Bis jetzt. Der Lückenschluss des Feldweges Lübs-Leitzkau. Daran arbeiten wir schon seit 2014. Irgendwas war immer. Mal fehlte das Geld, auf einmal war es Trappen-Gebiet, dann gab es Fördermittel, dann wieder nicht. Aber nun gibt es scheinbar einen rettenden Anker“, erklärt er. Es solle eine Bodenneuordnung erfolgen und damit auch der Lückenschluss des Weges. Zwar nicht mehr in seiner Amtszeit, „aber gut für Leitzkau und Lübs“, hofft Peter Randel.

Was braucht es, um ein guter Ortsbürgermeister zu sein? „Ich weiß nicht, ob ich ein guter Bürgermeister war“, sagt Peter Randel und lacht. „Ich habe versucht, ein Bürgermeister für alle zu sein. Ob mir das gelungen ist, müssen andere beurteilen“, sagt er und gibt aber auch zu, dass „ich bis 2010 eher der Polarisierer war. Ich bin recht oft angeeckt.“

Ruhe und Ausgeglichenheit

Als Ortsbürgermeister dann jedoch hat er recht schnell gemerkt, dass man nicht immer seinen Kopf durchsetzen kann: „Man muss Kompromisse schließen und auch kompromissbereit sein. Das habe ich schnell gelernt.“

„Man braucht einerseits Elan, auf der anderen Seite aber auch eine gewisse Ruhe und Ausgeglichenheit. Man muss auch akzeptieren können, dass nicht alles, was man sich ausdenkt, von anderen genau so gesehen wird. Das ist Demokratie“, sagt Peter Randel.

Zur Wahl am 9. Juni wird er auch nicht mehr für den Ortschaftsrat kandidieren, in dem er seit 2002 vertreten ist – erst als Einzelkandidat, später als Mitglied der Freien Wählergemeinschaft Leitzkau/Gommern. „Nein, ich bin keiner für die zweite Reihe und möchte meinem Nachfolger da nicht irgendwie reinfunken“, sagt Leitzkaus scheidender Bürgermeister.